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Das Leben kehrt zurueck

Ein halbes Jahr ist vergangen ohne einem einzigen Eintrag auf unserer Website. So war das nicht geplant. Nein im Gegenteil – gerade die Rueckkehr wollte ich genauso dokumentieren wie auch unsere Reise. Oft habe ich mich gefragt, warum die Blogs anderer Segler so ploetzlich enden, wenn Sie an Land zurueckkehren ? Die Antwort ist einfach: Das Leben an Land laesst einem kaum Zeit fuer solcherart ‘Freizeitvergnuegen’ und es passiert zu viel, das Leben ist zu hektisch und letzten Endes auch oft zu deprimierend, als dass man all dies oeffentlich dokumentieren moechte.

Fruehlingserwachen unter den HainbuchenDer erste bunte Farbklecks im winterlichen Grau

Die Frage, die wir in den vergangenen Monaten am haeufigsten hoerten ist: ‘Und, habt ihr euch schon wieder eingelebt ?’ Diese Frage wird glaube ich gestellt, ohne viel darueber nachzudenken, was nun als Antwort kommen koennte. Genauso wie auf die Frage ‘Wie geht’s ?’ erwartet man ohne grosse Umschweife ein ‘Ja, gut.’ und moechte nicht mit einem Vortrag ueber die Vor- und Nachteile von Lebensweisen und was einem eigentlich im Leben wichtig ist beantwortet bekommen. So koennte ich nun schreiben: ‘Ja, wir haben uns eingelebt.’ Nun seid ihr alle schlauer, was ?

Oder soll ich lieber doch ein wenig in die Tiefe gehen und mal erzaehlen, was in den letzten Monaten so los war ? Ja ? Gut.

Also das Ankommen nach drei Jahren Leben auf dem Schiff war schoen. Die alten Freunde in die Arme zu nehmen, die vertraute Umgebung, Familie, die Freunde der Kinder. All dies wunderbare Sachen. Doch haben wir von segelnden Freunden schon vorher erfahren, dass der eigentliche Aufprall erst nach Wochen kommt und der ist hart. Genauso war es auch bei uns.

Am meisten vermisse ich aber die tiefen, langen Gespraeche mit unseren segelnden Freunden. Hier an Land haben die meisten Menschen keine Zeit oder haben einfach Angst, mal ein wenig tiefer einzudringen. So bleiben Konversationen meist recht nah an der Oberflaeche, was mich langweilt und frustriert. Vor allem aber die Tatsache, dass man sich damit wohl frueher oder spaeter abfindet und diese Situation wieder als ‘normal’ akzeptiert. Das tut weh.

Die Kinder waren schnell in der neuen Schule integriert, Viola hatte keinerlei Probleme in der ersten Klasse und findet sich mit ihren Leistungen in den oberen 10%, was uns keineswegs ueberraschte. Bruno hingegen hatte es schon etwas schwerer, in der dritten Stufe aufgenommen zu werden und vor allem beim Lesen und Schreiben war er doch deutlich langsamer als der Durchschnitt. Auch das ueberraschte uns nicht, hatten wir doch Bordschule immer auf Spanisch und Deutsch gemacht, nun aber war der Unterricht ploetzlich auf Englisch. Aber nach ein paar Monaten hatte auch er sich zurechtgefunden, befindet sich nun im unteren Mittelfeld und seine Lehrer sind sich sicher, dass er bis zum Jahresende im oberhalb des Durchschnittes zu finden sein wird. Hier muessen wir uns also keine Sorgen machen (auch wenn uns die Schulsituation vor unserer Rueckkehr sicher die meisten Gedanken machte). Die Kinder haben viele Freunde, schlafen regelmaessig auswaerts und laden andere Kinder zu uns ein. Kurzum alles gut.

IMGP3295Und die erste Biene macht sich ans Werk

Wie geht’s also den Grossen ? Nun, wir haben ein wenig mehr zu kaempfen. Da ist zu allererst natuerlich das Organisatorische (Wohnung, Versicherung, Schule, Steuer, Beruf) – doch das war relativ schnell gelost. Schwieriger war fuer mich die Tatsache, dass sich gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch waehrend unserer Abwesenheit nichts gebessert hatte. Im Gegenteil denke ich, dass Europa mit seiner furchtbaren, aber selbst gewaehlten Abhaengigkeit von den USA immer tiefer in die Rezession schlittern wird. Und unsere ‘Helfer’ von IWF, EZB und der Europaeischen Kommission machen alles, um die Situation eskalieren zu lassen, die Reichen reicher zu machen und den Grossteil der Bevoelkerungen der betroffenen Staaten (Spanien, Portugal, Griechenland) in die Armut zu treiben. Die Veroeffentlichungen zu den NSA Skandalen sind kein Thema, der ‘Untersuchungsausschuss’ wurde nach der ersten, versuchten Anhoerung aufgelassen, Business muss weitergehen. Business ist wichtig. Vollgas Richtung Abrgund ! Auch wenn’s auf Kosten der Bevoelkerung geht. Ich finde diese Entwicklungen brisant um es gelinde auszudruecken und es bedrueckt mich sehr, wenn ich in die Zukunft schaue. Hier kommt aber auch einer der wichtigsten Aspekte unserer Reise ins Spiel: Selbst wenn ich mir noch so finstere Zukunftszenarien ausdenke, ich habe immer noch die Gewissheit, das ein anderes Leben moeglich ist. Und dass WIR dieses andere Leben auch fuehren koennen – schliesslich haben wir das ja auch mehrere Jahre so gemacht. Aber es gibt kleine Keime der Hoffnung. Sie heissen Podemos oder Tsipras und zeigen, dass man die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht begraben sollte.

Jetzt bin ich voellig ins Politische abgeschweift. Aber gut, das ist nun mal ein wichtiges Thema das uns alle und unsere Zukunft bestimmt. Was machen wir also nun so ? Gui arbeitet weiter fleissig an ihrem Modelabel Coquito und war nach Weihnachten ein Monat in Argentinien um ihre neue Kollektion zu entwerfen. Nebenbei arbeitet sie drei bis vier Tage die Woche in einem kleinen franzoesischen Lokal. Ich habe nach unserer Rueckkehr bei meiner alten Firma einen Job angeboten bekommen. Wieder am Schreibtisch, statt mit dem Schraubenschluessel im Motorraum ist nicht unbedingt besser, aber bringt mehr Geld. Und dieser Job sichert uns das Ueberleben. Dennoch moechte ich lieber wieder etwas eigenes machen und so bin ich zur Zeit mit einer Kollegin dabei, eine neue Firma zu gruenden. Eine genauere Vorstellung wird es sicher demnaechst hier geben, aber ein wenig kann ich ja schon berichten. Wir helfen kleinen Unternehmen, Energie zu sparen und werden spaeter mit einem kleinen Produkt wohl auch in den Endkundenmarkt einsteigen. Das macht richtig Spass, beinhaltet Elektronik, Elektrik, verschiedene Arten der Programmierung und natuerlich auch Kundenkontakte vor Ort. Eine tolle Sache. Und das beste daran ist, dass wir mit unserer Arbeit helfen Energie zu sparen und so unsere Lebensweise zumindest ein kleines Stueckchen verbessern.

Gleichzeitig bedeutet das natuerlich auch, dass wir beide meist sechs Tage die Woche arbeiten, waehrend unsere Kinder ihre Zeit in einer Ganztagsschule verbringen. Wir sehen uns nur kurz am Abend, waehrend alle meist totmuede sind. Die Wochenenden arbeiten wir abwechselnd, so dass kaum Zeit bleibt mal irgendwelche Aktivitaeten als Familie zu unternehmen. Es war uns klar, dass die Rueckkehr in die ‘Zivilisation’ nicht einfach sein wuerde, doch so hart hatten wir es uns auch nicht vorgestellt. Dennoch, der Fruehling ist im Anmarsch und langsam aber sicher fuegt sich eines zum anderen und wir blicken wieder optimistischer in die Zukunft.

Viele Freunde fragen auch immer wieder, ob ich nicht ein Buch ueber unsere Reise schreiben moechte ? Ja. Das will ich. Nur habe ich dafuer bislang einfach wirklich keine Zeit gefunden und mit zwei Jobs und all den Alltagsproblemen auch nicht den Kopf, mich wirklich reinzudenken. Aber ich bin mir sicher, sobald sich die Situation weiter beruhigt, setze ich mich auch zuhause wieder oefter vor den Rechner und dann wird das vermutlich recht schnell passieren. Die Ideen sind schon alle im Kopf und das schon seit laengerer Zeit. Gebt also die Hoffnung an dieser Stelle nicht auf.

Der beste Teil ist, dass wir in zwei Wochen mal wieder segeln gehen werden ! Zwar nicht in den Tropen, aber eine kleine Runde mit Freunden in Flensburg wird uns sicher auch sehr gut tun. Tja und die Tropen ruecken auch irgendwie naeher, denn ich werde Ende Maerz nach Australien fliegen muessen, um mich mal um die Suvarov zu kuemmern. Es gibt zwei Kaufinteressenten und das Schiff muss mal wieder ein wenig gepflegt und bewegt werden. Drueckt uns die Daumen, dass sich vielleicht auch ein Kaeufer entscheidet. Das wuerde uns den Fruehlingsanfang wirklich versuessen !

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Datensicherung in die falsche Richtung

Die LosLocos sind nun nach Wochen des Herumirrens endlich wieder in ihrer Wahlheimat Berlin angekommen und der Skipper, mangels Schiffsreparaturen kuemmert sich endlich mal wieder um den loslocos Server. Doch was passiert ? Warum laeuft denn die Sicherung unserer geliebten Daten so derart schnell ?  Wie – “geloescht” ? Ich wollte doch… Eigentlich sollte ich … aeh. Tja.

Alles weg !! Drei Jahre Fotos und Videos innerhalb weniger Sekunden ratzfatz vom Server geblasen. Das schafft auch nicht jeder. Da braucht man schon eine schnelle Internet-Leitung und die richtigen Programme. Heh.

Flaggenparade im GartenBauzaun Discount !! Jetzt !!!

Da ich ja nicht so gaaanz ein EDV-Neuling bin, stocher’ ich erst mal in unseren Sicherungskopien rum, um dort nach dem Geloeschten zu suchen. Doch Fehlanzeige ! Gerade eben dieser EINE Ordner, der nun so wichtig waere ist – warum auch immer – nicht in der Sicherung enthalten.Es bleibt also nur die Option, alles muehevoll zu restaurieren. Bis Mitte 2012 ist dies schnell geschehen, denn damals in Moorea hab ich mir dank J.C.’s exzellenter Internet-Verbindung mal eine lokale Sicherung gezogen. Der Rest muss aus einem PDF-Export, der in Brisbane gemacht wurde, wieder extrahiert werden. Und die allerletzten Postings, na die kann ich ja manuell wiederherstellen.

Zwei Tage spaeter ist unsere Website wieder mit allen Bildern online. Und nun wird’s auch endlich Zeit, ein dringend benoetigtes update zu schreiben. Denn in den letzten paar Wochen hat sich doch einiges zugetragen.

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Heimkehr ins Knoedelland

Nach eineinhalb Tagen im Flugzeug und unendlichen, sinnlosen ‘Sicherheitskontrollen’ erreichen wir endlich Muenchen. Meine Eltern erwarten uns am Flughafen, wir befuellen das Auto mit unserem endlosen Gepaeck und duesen nach Oesterreich. Hier erwartet uns schon meine Schwester mit lecker Essen und vielen Semmelknoedeln ! Mmmmh.

Arrived in Munich after 36 hours of flightThe family back togetherIn the car, on the way to Austriaand arriving at my parent's house

Waehrend die Grossen etwas mit dem Jetlag kaempfen, haben die Kindern endlos Spass mit ihren Cousins und ihren neuen Fahrraedern. Heute geht’s zur Oma, wo uns eine andere oesterreichische Spezialitaet erwartet: Marillenknoedel ! Hehehe. Spaeter mehr…

First thing in the morning: getting fresh berries from the gardenAnd the kids get long awaited bicycles !Viola forgot how to ride a bike...but we're getting there.

 

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Vulkanische Aktivitaeten

Gestern war die Zeit reif und Mittags sind wir dann losgelaufen, Richtung Vulkan. Die ‘Strasse’ fuehrt durch dichten Dschungel, an einigen Doerfern vorbei und nach ein paar Stunden erreichen wir dann den Eingang zum ‘Volcano national park’. Nun geht’s den Hang des Vulkans rauf und die Strasse, die vorher schon kaum als solche erkennbar war wird nochmal um einiges schlechter. Die Kinder werden netterweise von einem Pickup mitgenommen, waehrend Gui und ich die letzten paar Hundert Meter raufstapfen. Waehrenddessen immer wieder lautes Getoese und der Boden vibriert…. Die Untergrund ist aktiv !

After two hours of fast walking, we arrive at the entrnce to the volcano national parkThe last few hundered meters up the volcano, the kids hitch a rideThe end of the 'road' - at the slope of Mt. Yasurbeautiful little houses at the slope

Mt. Yasur war auf niedrigstem Aktivitaets-Level (1), dennoch war der Besuch atemberaubend. Die Naturgewalt beeindruckt: der Geruch, das Getoese, die gesamte Scenerie, die uns umgibt und natuerlich die Lava, die immer wieder durch die Luft fliegt. Wow. Aber genug gelabert. Geniesst die Bilder:

On the rim of the craterA first look into the craterFascinatedThe crater of Mt. Yasur

Everyone getting ready as the sun is settingGui on the edgeAs it gets darker, the activity becomes more visibleA 'blob' of basalt on the ground

Lavaimpressive show after darkExplosions and lava flying through the airA highlight of our long journey

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Zurueck aus Namena mit einer kleinen Bilderflut

Gemeinsam mit meinen zwei Gaesten sind wir Gestern von einem wunderschoenen Kurztrip aus Namena zurueckgekehrt. Natuerlich wieder mit einer Riesenauswahl an Tauch- und Schnorchelfotos.

Aber bevor’s los ging, musste ich erst mal den Grillrost wiederfinden, den ich versehentlich in der Nacht zuvor versenkt hatte. Meine ersten Versuche, das kleine Teil auf einer Tiefe von ca. 18m zu finden waren wenig Erfolg versprechend. Also rauf die Tauchflasche und tatsaechlich hatte ich Glueck ! – Grill gerettet. Zweiter Punkt vor der Abfahrt: Die Unterwanten, die wir vor Tonga in einem Sturm angeknackst hatten, mussten gewechselt werden. Mein Bruder hatte hierfuer fehlende Teile aus Europa mitgebracht.

Den Grillrost wieder den Tiefen des Meeres entrissenNeue Unterwanten werden installiertSpannendUnterwegs nach Namena (ca. 25nm)

Dann sind wir endlich bereit und verlassen Vanua Levu. Der kurze Trip nach Namena – ca. 25 Meilen – leauft wunderbar. Eine schoene Brise schiebt uns mit durchschnittlich fuenf Knoten nach Sueden und wir erreichen den Ankerplatz eine Stunde vor Sonnenuntergang.

Ankunft am Ankerplatz in NamenaErster von vielen klassich/kitschig/schoenen SonnenuntergaengenErste Tauchgaenge am Riff in der AnchorageGelbe Lederkoralle

Am naechsten Tag geht’s natuerlich sofort unter Wasser und wiedermal sind wir von der Schoenheit und Vielfalt der Riffe hier voellig begeistert. Die schiere Anzahl der Fische ist enorm, noch besser aber die unterschiedlichen Formen, Farben und natuerlich die abstrakten Formen der Korallen, welche hier groesstenteils voellig unbeschadet nur wenige Meter vom Schiff entfernt zu bestaunen sind. Bei fast jedem Tauchgang begegnen uns kleine Schwarz- und Weissflossen Riffhaie. Diese begutachten uns kurz und verdruecken sich dann meist relativ schnell wieder.

Hallo, Hai !Der Skipper wirft einen aeusserst kritischebn Blick auf den Strand an der WestseiteZugegeben: Sooo schlecht ist der Strand gar nicht.Ein 'Orange-Ringel-Anemonenfisch'

Etwas anders allerdings unsere Begegnung am zweiten Tag: Zwei kleine Riffhaie fangen an uns zu umkreisen und anstatt wie ueblich nach einer Minute abzuhauen, ziehen sie ihre Kreise enger und enger und auch ihre Bewegungen dabei werden hektischer. Ich versuche sie zu erschrecken bzw. zu vertreiben, doch nicht mal meine Flosse, die ich einem der Haie quasi ins Gesicht stecke aendert etwas an ihrem Verhalten. Auch wenn die beiden klein und normalerweise voellig ungefaehrlich sind, behagt uns die Situation gar nicht und wir verziehen uns ins Dinghy. Die beiden ziehen weiter ihre Kreise und kommen so nah, dass wir sie vom Beiboot aus beruehren koennten. Komische Begegnung.

Weihnachtsbaum-Roehrenwuermer aka 'Schnippies'Wunderschoene Fische im flachen Wasser ueber den Korallen(noch) unbestimmter FischLederkoralle

Aber nicht alles ist hier Angst einfloessend: Etwas zuvor besuchten uns zwei Karett-Schildkroeten. Eine davon konnte ich mit der Kamera beinahe eine Minute lang verfolgen. Ueblicherweise sind diese wundervollen Tiere sehr scheu (zu recht !), aber wenn man ruhig und vorsichtig rangeht, kann man sehr nah an die Tiere ran. Tolle Erlebnisse !

Wunderschoene KorallenlandschaftenDer Traum zum SchnorchelnMoerdermuschelDetail einer Kronenkoralle

Nebenbei gibt’s natuerlich jede Menge Anemonen-Fische, Moerdermuscheln, Zackenbarsche, Suesslippen, Seesterne, Quallen, etc…. Aber ich lass mal einfach die Bilder sprechen….

Geweih-Koralle mit FischleinKorallendetailsJulia und Oliver beim TauchenKorallenfarben

Hallo, Hai !Licht und SchattenspieleEine Art von 'Garibaldi' ?Edel-Haarstern

Floetenfisch knapp unter der WasseroberflaecheTrompetenfischUnd wieder ein Hai, der uns etwas bedraengt...Start zur naechsten Schnorchelrunde - direkt vom Schiff aus

Eine KarettschildkroeteUnterwegs zur Ostseite der InselAuch hier: der Strand gar nicht so uebel !Der Ausblick vom Strand am Ankerplatz

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Depression (tropische)

Keine Angst. Die Gefuehlswelt des Skippers ist trotz Abwesenheit meiner Familie noch immer heil. Fuer Turbulenzen hat mal wieder eine tropische Depression gesorgt, die waehrend der letzten zwei Tage hier fuer viel Regen und Wind gesorgt hat. Und weil sonst auch wirklich gar nichts passiert, poste ich also mal wieder Bilder von Regen und Wind.

Sommerzeit ist RegenzeitA look towards the Savusavu Marina in the back of the bayAlex fighting back to his yacht. Heh.Made it !

Nachdem ich die letzten zwei Wochen am Riff vor Anker lag, sind die Tage in der geschuetzten Bucht mal wieder eine Abwechslung. Das grosse Sonnendach wurde wegen des angekuendigten Starkwindes abgebaut und da die Gelegenheit selten kommt, hab ich es auch gleich zum Schneider gebracht, der ein paar Schwachstellen ausbessert. Dann heisst’s warten auf den Wind. Wir liegen wie gesagt recht geschuetzt und so blieb die Windanzeige meist im Bereich um die 30 Knoten und zeigte in den Boen maximal 50 Knoten, also 10 Beaufort an.

The water in the entrance is getting roughPalm trees being tortured by the wind.The SY Tamora fighting a gust, about 1km up the bay. weather_20140128

Wie immer stand ich mit der gluecklicherweise spritzwassergeschuetzten Kamera an der Reling und hab bei permanentem Daemmerlicht doch wenigstens eine Handvoll verwertbare Aufnahmen gemacht. Meist unter Einsatz des maximalen Zoom Faktors und teilweise sogar noch digital vergroessert, bitte verzeiht die etwas ‘rauhe’ Natur der Bilder. Schoener war das Licht natuerlich nach dem Mistwetter, als ich gegen Sonnenuntergang – in der ‘golden hour’ bei der Bergung einer australischen Yacht als Paparazzi dabei war.

Something's wrong in the Savusavu marina...Damn !! Stuck in the mud at low tide.Closing in with the dinghy. The water level is still rising.At high water the yacht is nearly afloat. (As are the local children.)

Die Beneteau hatte sich mit dem Kiel in der eigenen Mooringleine verfangen und diese anschliessend durchgescheuert. Zum Glueck ist das Schiff im weichen Schlamm vor den Mangroven steckengeblieben, von wo aus sie mit der Hilfe mehrerer Dinghies und eins Tauchbootes beim naechsten Hochwasser wieder rausgezogen werden konnte. Happy end ! So mag ich das.

Weight on the boom, lines to pull on the mast head, all set.Start your engines !Pull ! Pull ! Pull !!She's moving !!!

Back in deeper water and everyone's happy !!Local spectators.Beauty in the Va'a.Going back home just before sunset...

Noch ein freudiges Ereignis hab ich zu vermelden: mein Weihnachtspaeckchen ist angekommen !!! Nach acht Wochen Reise (Oesterreich => Fiji) hab ich nun endlich wieder einen vernuenftigen Computer. Mein altes MacBook Pro war ja bereits in der Karibik an einem schluck Wasser erstickt und der Ersatzrechner, ein MacBook Air, hat vor kurzem seine (SSD-)Festplatte entsorgt, womit ich bei meinem letzten Ersatzrechner, dem Bord-Navi-Computer in Form eines EeePC angelangt war. Zwar ein schnuckeliger, kleiner Laptop mit unglaublich niedrigem Stromverbrauch, aber zum Bearbeiten von Fotos und Videos zu schwach auf der Brust (CPU). So freu’ ich mich wie ein Kind an Weihnachten, nun endlich wieder einen Arbeitskollegen zu haben, der beim Tippen nicht hinterherhinkt. Heh. Das wird sich vermutlich auch positiv auf die Frequenz der Blogbeitraege auswirken, die in den letzten Monaten auf einen absoluten Tiefpunkt angelangt war. So long…

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Orion, das neue Jahr und ein neues Kapitel im buch ‘Motorprobleme’

Wenn ich, wie eben gerade, am Bugkorb sitze und mich an die eingerollte Genua lehne, blicke ich genau in das Sternbild Orion. Endlich mal wieder eine relativ klare Nacht. Der Mond beginnt gerade einen neuen Zyklus und liegt mit seiner hauchduennen Sichel relativ genau hinter mir. Die Suvarov wiederum liegt seit ein paar Tagen vor Anker beim Costeau Ressort. Die Suvarov und ich – um genau zu sein. Die Capitana und die zwei kleinen Piraten sind nach einer mehrtaegigen Odysee ueber Nadi und Sydney nun in Buenos Aires angekommen und essen die naechsten Tage ausschliesslich Gegrilltes. Ich bin also alleine an Bord und kann tun und lassen was ich will. Haha.

Der Flughafen in SavusavuGui am check-inViola schaut mal, was die hier fuer schoene Sachen haben.Da kommt die Maschine !Pilot und Co-Pilotauf in's Flugzeugtraurige Gesichterein letzter Blick

Das neue Jahr begann ohne grossen Rummel in Savusavu und nachdem die letzten Tage kaum Wind war und es entsprechend (zu) heiss an Bord wurde, habe ich  – und lustigerweise auch alle anderen deutschsprachigen Schiffe in Savusavu zum Resort verlegt. Hier bummel wir also nun rum, gehen schnorcheln oder schrauben am Schiff.

Ich mache natuerlich eher letzteres und schreibe deshalb auch heute die naechste Folge der Artikelserie ‘Motor ueberhitzt’: Als ich vor zwei Tagen zum Resort getuckert bin hat nach ca. 15 Minuten ploetzlich die Kuehlung unseres Motors voellig ausgesetzt. Ich war schon ein wenig ueberrascht, muss ich sagen ! Dass wir Probleme mit der Kuehlung haben ist ja nichts neues. Aber die prinzipielle Wasserversorgung – sprich die Wasserpumpe – ist bisher noch nie ausgefallen. Gut. Ich mach also den Motor aus, montiere Schlaeuche ab, checke den Impeller, aber alles ist gut. Ich baue wieder alles zusammen und nach zwei Minuten laeuft auch ploetzlich wieder Wasser aus dem Auspuff. Die SY Tamora, die gluecklicherweise gleichzeitig mit mir ausgelaufen war, blieb waehrenddessen neben mir – fuer den Fall, dass ich nicht klarkomme.

Es geht also weiter Richtung Ressort. Wind war noch immer keiner und zum Ziel sind’s auch nur noch ca. 2.5 Meilen, also tucker ich so dahin bis nach fuenf Minuten die Kuehlung abermals aussetzt !???! Was nun ? Geht’s  – oder doch nicht – oder was ? Ich mache also wieder den Schlauch von der Wasserpumpe ab und lenke diesen in eine 5l-Flasche um, starte den Motor: aus der Wasserpumpe kommt nix – aber aus dem Motor gurgelt’s lustig raus und spritzt in den Salon. Fein – -09p* der Salon ist also gespuelt und die Wasserpumpe versagt voellig. Das ist ja mal was neues zum Thema ‘Sauna an Bord’. Waehrend ich so ueber dem Motor gebeugt vor mich hinschwitze, kommt in der Aussenwelt ploetzlich eine Brise auf. Untypischerweise aus NW kommend, blaest mich ein schnell auffrischender Wind an die ca. 0.5 Meilen entfernte Kueste. Waehrend ich mit der Tamora, die schon vorraus gefahren war, nochmal funke setze ich ein Stueck Genua und segle so mal Richtung Ankerplatz, waehrend meine Gedanken weiter um die Wasserpumpe kreisen. Ich rufeabermals Dieter von der Tamora und bitte ihn, mit dem Dinghy bereit zu sein, falls ich beim Ankermanoever Schwierigkeiten habe. Er kommt mir entgegen, waehrend ich langsam, mit 2.5kn in das Ankerfeld, bestehend aus sechs oder sieben Schiffen, gleite. Ich mache den Motor an und fahre in den Wind, lasse den Anker auf 15m fallen und es kommt wieder Wasser aus dem Auspuff.

Alles klar, oder ? Also mal geht’s und mal eben nicht: so einfach ist das !

Damit kann ich mich aber dennoch nicht so richtig zurechtfinden und so hab ich heute mal die folgenden zwei Experimente ausgefuehrt:

Experiment A:

Den abgehenden Schlauch der Wasserpumpe in einen Kanister umleiten und die ausstroemende Menge bei 1400U/min messen.

Ergebnis: 400l/h.  Was genau 50% der erwuenschten Menge entspricht.

Schluss: Die eingebaute Wasserpumpe liefert dieselbe Menge Wasser, die auch im Betrieb ueber den Auspuff ausstroemt. Das Problem liegt also an oder vor der Pumpe.

Experiment B:

Mit einer elektrischen Pumpe den Durchsatz des Bordeinlasses und den eventuellen Widerstand durch den Motor eruieren. Zum Test kommt eine Pumpe von Jabso, Typ: ‘Macerator’. Nenndurchsatz: 46l/m oder mit knapp 2800l/h dreieinhalb mal so stark wie die eingebaute Impellerpumpe. Getestet wird einmal die ausstroemende Menge direkt an der Pumpe, gemessen am Schlauch, der normalerweise die Mot0r-Wasserpumpe versorgt. Und spaeter optisch die ausstroemende Menge am Auspuff.

Ergebnis: Durchsatz ca. 40l/min. (Bei Anschluss an Motor, tritt eindeutig das Mehrfache der ueblichen Kuehlwassermenge am Auspuff aus.)

Schluss: Kein nennenswerter Widerstand vor der Pumpe,  ebenfalls nicht durch den Motor.

Luft im Wasserkreislauf ? Nein.Die elektrische TestpumpeDie vordere Haelfte des Pumpengehaeuses mit Bilgepumpe (ohne Impeller und 'kurzgeschlossen')Der hintere Teil des Pumpengehaeuses mit der Welle

Das Ursache der Ueberhitzung ist also eindeutig die Wasserpumpe, welche zwar deutlich mehr Wasser liefern koennte, aber eben nur 400 statt 800l/h durch den Motor pumpt. Die Impellerpumpe ist direkt an den Motor angebaut und wird durch eine Welle angetrieben. Die Welle hat kein merkliches Spiel und liess sich beim vorsichtigen Versuch mittels Schraubendreher auch nicht drehen, ist also vermutlich intakt. Der Impeller hatte keine Abnutzungsspuren und das Pumpengehaeuse ebenfalls kaum.Da teilweise kein Wasser ausstroemt muss wohl der Impeller durchrutschen bzw. manchmal voellig blockieren. Oder jemand hat die original Wasserpumpe gegen ein identisches Modell mit halber Liefermenge ausgetauscht. Haha.

Also bleibt vorerst nichts anderes uebrig, als mal einen neuen Impeller probieren und evtl. die elektrische Pumpe bei der naechsten Fahrt bereit zu haben.

Ein Wasserflugzeug landet und faehrt kurz danach quer durch den Ankerplatz zum Steg des Ressorts.Yanmar 3QM30H waterpump, side

* eine Ameise verlor eben ihr Leben auf dieser Tastatur. Die Zeichen ‘-09p’ sind eine Art virtuelle Gedenkstaette.

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Tropische Zyklogenese

Mit all den Motorarbeiten hab ich in den letzten Wochen mein eigentliches Lieblingsblogthema ganz in den Hintergrund gleiten lassen: das Wetter.

Der See-Wetterbericht hier in Fiji ist ja immer ganz lustig. Obwohl in den letzten Wochen kaum Wind war, hatten wir regelmaessig Sturm- und Regenwarnungen. Bei 15-20kn Wind wird sehr oft schon von ‘grober See’ gesprochen und letztens wurde bei 25kn Wind sogar vor ‘sehr grober See’ gewarnt. Die Jungs und Maedels aus den Fijianischen Wetterbuero kommen wohl nicht so oft raus aus dem Buero, denn dann wuerden sie wissen, dass man erst bei Wellenhoehen von 4-6m und Brechern von ‘grober See’ spricht. Ich will damit nicht sagen, es sei falsch, die Seeleute vor gefaehrlichen Bedingungen zu warnen. Doch wenn man immerzu ‘Feuer, Feuer’ schreit, dann wird keine Feuerwehr kommen wenn’s mal wirklich brennt. Ich weiss, diese Analogie passt nicht wirklich – aber ihr versteht, wass ich meine, oder ?

Aehnliches konnten wir 2011 auf den Kanaren beobachten, wo ein uebereifriger Mitarbeiter der lokaen Behoerden *jedem* VHF-Sewetterbericht zwei DSC-Alarme voranstellte. Dies bewirkt, dass ein jedes Funkgeraet sechs mal am Tag mit fuerchterlichem Laerm die gesamte Crew aufscheucht und fuehrte in weiterer Folge dazu, dass beinahe alle Boote ihre Funkgeraete ausschalteten ! Wir hingegen wichen auf das Handfunkgeraet aus, welches kein DSC unterstuetzt. Hoffentlich wurde diese sinnlose und gefaehrliche Praxis mittlerweile eingestellt.

Global Tropics Hazard OutlookTropical wave - infraredTwo lows form on 20131225Outlook for friday - not so good.

So. Nun aber zum eigentlichen Anlass des heutigen Beitrags: Eine der wichtigsten Aufgaben des Wetterbueros in diesen Breiten ist es, die Allgemeinheit vor der Gefahr durch Wirbelstuerme zu warnen. Und zur Zeit lese ich von keiner Warnung. – Obwohl meiner Meinung nach die Situation durchaus gefaehrlich ist ! Wikipedia listet sechs Bedingungen, die zur Entstehung eines tropischen Zyklons benoetigt werden:

  1. Ausreichend warme Meeresoberflaeche von mindestens 26.5°C. – check
  2. Atmosphaerische Stoerung. (tropische Stoerung noerdlich Fiji bis Tonga) – check
  3. Hohe Luftfeuchtigkeit in den unteren Schichten der Atmosphaere. – check
  4. Genueged Coriolis Kraft. (hier in der Naehe des Aequators immer zutreffend) – check
  5. Vorhandenes Tief oder Stoerung. (zwei Tiefs in Entwicklung noerdlich Fiji) – check
  6. Wenig vertikale Windscherung (etwas schwer zu beurteilen) aber vermutlich ebenfalls zutreffend.

Zwei weitere, etwas allgemeinere Faktoren fehlen hier noch: Und zwar El Nino, welcher die Zyklonhaeufigkeit beeinflussen kann. – Haben wir aber dieses Jahr nicht. Und dann noch die Madden-Julian-Oszillation. Letztere hat sehr starken Einfluss auf die Sturmhaeufigkeit. In einer wissenschaftlichen Arbeit, welche 2009 das Gebiet Fiji-Samoa-Tonga untersuchte, wurde festgestellt, dass bei aktiver MJO die Zyklonhaeufigkeit um Faktor fuenf (!!!) erhoeht wird. Laut aktueller Beobachtung dieses Phaenomens, welches im 30-60 Tagesrhytmus im Indik auftritt und nach Osten wandert, wird die MJO in einigen Tagen den Westpazifik erreichen. Die MJO ist zwar nicht besonders ausgepraegt, verstaerkt aber mein mulmiges Gefuehl.

Hoffen wir mal, dass Fiji’s Wetterfroesche wissen, was sie tun. Ich wuerde mich in dem Fall freuen, wenn ich falsch liege.

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Der japanische Patient

Gibt nicht viel zu tun in Savusavu. Das wussten wir ja schon bevor wir hier eintrafen. Gui kuemmert sich also um die Fluege und Visas, denn wir werden in der Regenzeit nach Argentinien fliegen. Gui wird dort wie auch letztes Jahr an den neuen Kollektionen fuer Coquito arbeiten und die Kinder duerfen sich mit den Grosseltern vergnuegen.

Frueh morgens in SavusavuSpiegelglattes WasserUnsere mini-Nachbarinsel, heute mal doppeltBruno und der iPod. Unzertrennlich.

Und was macht der Captain ? Schrauben. Eh klar ! Ich kann ja nicht so lange still sitzen und Arbeit gibt’s nach wie vor genug auf der Suvarov. Der Motor neigt ja immer wieder mal zum ueberhitzen, so hab ich nochmal das gesamte Kuehlsystem auseinandergenommen. Verschiedene Tipps der Bootsnachbarn und von Leon (der lokale Mechanik-Guru) wurden alle ausprobiert. Gecheckt wurde alles vom Kuehlwassereingang, Schlaeuche, Impeller, Kruemmer, Wassersammler bis zum Auspuff. Aber das Problem ist IM Motor – das war eigentlich auch schon vorher klar.

Der japanische PatientEin Kristall ? Nein - eine Opferanode.Der Deckel mit der vorderen Anode - und die Silikon(!!!)-'Dichtung'Das innere unserer Tropfsteinhoehle

Beim letzten Versuch, das Kuehlsystem zu reparieren irritierte mich, dass ich an der Stelle, an der ich es vermutete, kein Thermostat vorfand. Diesmal – mit Werkszeichnungen ausgestattet – konnte ich verifizieren, dass es wirklich fehlte ! Zum Glueck hab ich dann auch irgendwo in einer Schachtel mit Motorteilen gleich vier Thermostate gefunden, die alle voll funktionstuechtig waren und nur gereinigt werden mussten.

Die naechste Ueberraschung war der Luftfilter, den ich nebenbei reinigen wollte: der war naemlich gar nicht vorhanden ! Tja. Details… Naechster Schritt: Die Opferanoden muessen gewechselt werden. Sehr gut ! Denn hierbei kann ich auch gleich in den Motor, also in die Kuehlwasser-Kanaele des Zylinderkopfes sehen. Wieder eine kleine Ueberraschung: Statt einer Papierdichtung am vorderen Deckel war doch glatt mal wieder Haushalts-Silikon (!!) verwendet worden. Am Zylinderkopf !! Am hinteren Deckel war gleich gar keine Dichtung drin. Hehe. Gui hat mir dann schoene, neue Dichtungen zugeschnitten – Dichtungspapier haben wir zum Glueck an Bord.

So sollte das eigentlich aussehenDer Mischer - in dem Auspuffgas und Kuehlwasser zusammenkommenEntrostet und neu lackiertUnser Patient bei der Chemotherapie - mit ausstroemendem CO2

Der Blick ins Innere des Motorraumes erinnerte mich dann stark an eine Tropfsteinhoehle. Stalagmiten und Stalagtiten ueberall – und die Zinkanoden haben sich in Kristalle verwandelt. Richtig schoen ! Nur dass der Motor auf diese weise verkalkt nicht mehr gut kuehlt, ist auch klar. Laut dem allwissenden Internet sollte man solcher Verschmutzung mit Essigsaeure entgegenwirken – moeglichst regelmaessig. Doch sowas gibt’s hier nicht. Seit Gestern spuele ich das Kuehlsystem mehrmals taeglich mit ca. 5%iger Schwefelsaeure. Im Motor rauscht und gurgelt es und aus der Oeffnung oben am Zylinderkopf sieht man das CO2 ausstroemen. Schoenes Chemie-Experiment fuer unsere Schulkinder.

Nebenbei wurden dann noch einige Kleinteile entrostet, Schlauchkleppem und Schlaeuche erneuert, Oel gewechselt etc. Eine rundum-Kur fuer unseren kleinen Yamsi.

Unser Kuddel ist im uebrigen ein Yanmar vom Typ 3QM30H mit Salzwasserkuehlung. Und weil ich selber so lange danach suchen musste: eine Service-Anleitung hab ich hier gefunden !

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Zeitvertreib am Ankerplatz

Nach unserer letzten Segelreise waren wir fuenf Tage beschaeftigt saemtliches Salzwasser wieder aus dem Schiff zu bekommen und Klamotten, Matratzen, etc zu waschen. Damit dies nicht zum Dauerzustand wird, standen die neu gefundenen Lecks natuerlich ganz oben auf der Todo-Liste. Und wenn der Strand so unbeschreiblich schoen und die Korallen so bunt sind, was macht der Skipper ? Genau ! Er schnappt sich Schraubendreher, Meissel und Hammer und rueckt dem Rost zu Leibe.

Der kleine Luefter ueber der Kueche - hier fing alles an...Eigentlich sollte es nur ein bisschen Sikaflex sein, doch ich finde Unmengen an RostNach einer halben Stunde Rost wegklopfen und -buerstenDie Luken sehen auch teilweise schlimm aus

Der Startpunkt war der Luefter ueber der Kueche. Urspruenglich war dort auch mal ein Ventilator angebracht, den hat die Korrosion aber laengst zerfressen. Den Vetus Luefter selbst, der nicht mehr richtig dicht schloss, wurde noch in Moorea ausgewechselt, doch irgendwo kroch da dennoch ein wenig Wasser rein. Nach der Demontage des besagten Teils stelle ich fest, dass hier wohl schon seit vielen Jahren Wasser einsickert und vom urspruenglich 4mm dicken Stahlblech ist teilweise nicht mehr viel uebrig. Also das alte Spiel: Rost klopfen, dann schleifen bis (wenn noch vorhanden) halbwegs gutes Material zu Tage kommt. Nun wird gereinigt und anschliessend Phosphorsaeure raufgepinselt. Eine halbe Stunde spaeter hat die Saeure den Rost umgewandelt und nun wird nochmal mit Suesswasser gereinigt. Wenn die Stelle dann trocken ist, kommt erst mal Epoxy-Primer rauf und spaeter dann mehrere Schichten weisser Polyurethan Lack. Mal sehen, wie sich diese Kombination halten wird.

Das Badfenster leckte auch - hier die Ursache freigelegtUnd immer mehr Baustellen werden aufgemachtDie Luefter-Baustelle mit Epoxy Primer versehenDer fleissige Stahlschiffbesitzer - immer den Pinsel in der Hand

Und wenn ich schon mal beim Rostsuchen bin, mache ich natuerlich noch weitere, teilweise nicht weniger schlimme Entdeckungen: Das Badfenster, dem unter anderem eine Dichtung am Griff fehlte, wurde nicht mit Sikaflex oder 50200 auf’s Stahldeck geklebt, sondern ruht auf einer 1cm dicken Schicht Filler, wie man ihn von Autoreparaturen kennt. Generell entdecke ich teilweise drei Generationen Haushalts-Silikon, welches am Schiff wenn ueberhaupt dann hoechstens im Innenraum Verwendung finden sollte. Tja. Ist halt ein Amateurbau.

So ruecke ich einer Roststelle nach der anderen zu Leibe und verbringe insgesamt fuenf Tage auf den Knien und mit Schleifmaschine und Pinsel in der Hand.

Die Vorschiffluke ist auch undicht und wird gleich mal komplett entferntDer Rahmen entrostet und mit Primer bepinseltUnd die Pinne wird auch neu abgedichtetDie Vorschiffluke neu eingebaut - nun oeffnet sie nach vorne !

Auch die Vorschiffluke ist undicht und Wasser sickert *unter* dem Rahmen in die Betten der Kinder – also weg damit. Wieder entferne ich mehrere Generationen Silikon und billige 1-Komponenten-Farbe. Dann wird der Rahmen aufpoliert und alles mit Sikaflex wieder dicht eingebaut. Die Luke wird auch gleich um 180˚ gedreht und oeffnet nun nun nach vorne. Das hilft mehr Luft ins Schiffsinnere zu faecheln und ist in den Breiten, in denen wir unterwegs sind, durchaus angebracht.

Am Ende baue ich noch die Pinne ab. Alles wird dick eingefettet und wieder mit Sikaflex zusammengeklebt. Nun sind alle Lecks der ToDo-Liste erst mal abgearbeitet. Ob sie dann auch wirklich dicht halten, wird sich wohl auf der neachsten Segelreise zeigen.

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Die Insel Kapa und die Schwalbenhoehle

Unser zweiter Stopp: Der Ankerplatz Numer 7 im Westen der Insel Kapa (Ja, die Ankerplaetze sind hier alle durch numeriert, damit die Moorings-Basis ihre Schiffe wiederfindet.) Das Wasser ist noch ruhiger als bei unserem letzten Stopp und der Strand noch schoener ! Wir gingen taeglich schnorcheln und waren ueberrascht, dass hier im Vergleich zu franzoesisch Polynesien schon die doppelte Anzahl an Korallenarten zu finden war. Das macht uns noch neugieriger, weiter nach Westen vorzustossen, wo die Artenvielvalt nochmal ordentlich zulegen soll.

Another beautiful beach of TongaA view of our backyardThe anchorage number seven with boats floating in mid air it seemsThe photographer at the mast head

Wir blieben wieder vier Tage und hatten viel Spass (dazu mehr im naechsten Posting). Bei der Abfahrt zurueck nach Neifau machten wir nach etwa eineinhalb Meilen einen Stopp vor der Westspitze der Insel, wo die Schwalbenhoehle zu finden ist. In die Hoehle kann man mit dem Dinghy reinpaddeln, doch muss eine Person an Bord bleiben, da das Wasser viel zu tief zum ankern ist. In der Hoehle selbst spielt das Wasser mit den Farben und die Decke ist voll mit Schwalbennestern, die dieser Attraktion ihren Namen gibt. Definitiv ein Muss, wenn man das Vergnuegen hat, in Tonga zu verweilen.

The entrance to the swallows cave on the western point of the island KapaGui and Bruno setting out for adventureEntering the dark cave (not easy to balance the levels as you see)Holes on the top show part of the vegetation

The birds nesting in the cave give it it's nameAmazing colors made by the extremely clear water A swarm of litle fish hiding out in the caveBack towards the entrance

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Eine kleine Front – in Bildern

Endlich mal wieder ein Posting fuer die Segeler unter unseren Lesern.

Auf dem Weg nach Tonga sind wir in eine Front bzw. einen Trog geraten. Die Geschichte sah auf unseren Grib-Files sehr merkwuerdig aus und so bereiteten wir uns auf das Schlimmste vor.  Das war auch angebracht, wie sich spaeter zeigte. Zum Glueck erreichte uns die Front tagsueber, was es fuer uns weniger fuerchterlich machte und euch nun Bilder und spaeter vielleicht auch ein Video beschert.

Der Ausblick nach dem Fruehstueck. Nicht gut.Die Segel sind im ersten Reff, aber das wird nicht ausreichen.Die Capitana unterstuetzt unsere Windsteuerung bei ihrer schweren ArbeitNeue Windsee bei 9 Beaufort

Die Front war am morgen nach dem Fruehstueck schoen zu sehen und als sie uns erreichte drehte der Wind wie erwartet um 180 Grad und frischte aber statt auf 25 gleich auf 40 Knoten auf. Die Windstaerke sollte die naechsten zwoelf Stunden in etwa gleich bleiben und nach ein paar Stunden baute sich auch eine ordentliche See auf, mit Wellen die deutlich ueber fuenf Meter erreichten. Trotz der schweren See machten wir, am Wind segelnd noch immer vier bis fuenf Knoten mit Gross und Genua im dritten Reff.

Etwas weiter suedlich war es noch schlimmer: andere Yachten waren Stundenlang 50 Knoten Wind und mehr ausgesetzt !

Wir segeln am Wind und unser Schiff wird ordentlich durch die Mangel genommen.Bilder werden der wilde See aber einfach nicht gerecht. Spaeter kommt vielleich tnoch ein Video.Nach ein paar Stunden haben sich die Wellen ganz gut aufgebaut und erreichen 5-6 Meter.Ein Laecheln fuer den Fotograf - auch bei 42 Knoten Wind.

Die Schaeden: eine Genua-Schot war beinahe komplett durchgescheuert und wir haben wieder ordentlich Wasser genommen. Hauptsaechlich in der Backskiste am Achterschiff, wo ich spaeter acht Eimer rausschoepfte. Im Wohnbereich war es dank etlicher Verbesserungen nicht mehr so schlimm, doch bleiben noch immer einige Luken und ein Luefter, die besser abgedichtet werden muessen. Der UV-Schutz unserer Genua war durch das Segelschlagen beim Leichtwind-Segeln schon deutlich in Mitleidenschaft gezogen und der Sturm hat dann natuerlich nochmal etwas mehr Schaden zugefuegt. Das Segel haben wir aber gleich bei der Ankunft am Fischerpier runtergenommen und ist bereits beim Segelmacher, der es in ein bis zwei Tagen fertig haben wird. (Er macht gerade das Geschaeft seines Lebens.)

Als wir ein weiteres Reff einzogen, mussten wir fuer ein paar Minuten den elektrischen Autopilot nutzen. Dieser haelt normalerweise halbwegs gut den Kurs, doch hat er uns in dem Fall (am Wind !!) mit einer Patenthalse beglueckt. Das wiederum bei 40 Knoten hat dafuer gesorgt, dass es den Stopper des Grossschot-Schlittens rausgerissen hat, ist aber einfach zu reparieren. Die Schuld scheint wohl eine schlechte Verbindung am Autopilot-Computer zu sein – ein haeufiger Fehler, wie wir spaeter festgestellt haben.

Im Vergleich zu den anderen Schiffen, die waehrend der naechsten zwei Tage in Neiafu eingelaufen sind, haben wir uns aber recht gut geschlagen. Wir haben Schiffe gesehen, bei denen die Segel nur noch in Fetzen runterhaengen, zerstoerte Bloecke, gerissene Fallen, etc.  So bleibt unser Hauptarbeitspunkt, das Schiff besser abzudichten und natuerlich den Wasserschaden aufzuraeumen bzw. sauber zu machen. Gut. Damit kann ich leben.

Die beinahe durchgescheuerte Genua-SchotAcht Eimer Salzwasser im Achterschiff.Das heisst: alles ausraeumen und mit Suesswasser waschen - schon wieder !!Die Genua muss runter und zum Segelmacher

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Details of the aft deck

While the new forestay was in the works, I focused on other little things that were still on the ToDo list. The surfboards got a nice little rack on the starbord side, I installed a tiny little platform onto the windsteering as a step-up from the bathing platform. Underneath I put the spool with 200m of safety line.

Eine voellig korrodierte Navigationslampe am Bugkleine Spass-BaustelleErst mal ausprobieren...Und fertig ! Die Roller passt perfekt unten rein.

One thing I saw on the SY Ui wouldn’t let go: The owner reversed the tiller to gain extra space when underway. And that’s exactly what I did to our boat now: I switched the whole tiller around and adapted the windsteering accordingly. Now the steering only uses the very last part of the ship instead of running lines and moving the tiller all around the aft deck. Which is stupid as it’s a very nice place to be during sailing and we loose a lot of space with that old setup. I hope the new idea works as expected.

DSCN0854Eindeutig eine Verbesserung.Volle Solar Power 15.5A bei 14.4V = 223W !Bruno und Viola mit dern Kindern der SY Ui

The new forestay is already in it’s place and yesterday we spent trimming the rig. Now the mast is 100% straight again and all shrouds have the proper tension. All seems to work out. Well… the lower end of the roller furler has to be adapted still. The new forestay is 12mm instead of 10mm and the newer, thicker terminals also grew in lenght. That’w why I have to extend the steel plates that hold the roller furler to the bow. That’s something for today.

ps: Right now we can’t publish bi-lingual since I recently updated the underlying blog software and the plugin to manage the translations (qTranslate) isn’t up to date yet. Up until then we’ll alternate in between english/german.

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Frustration

Endlich stehen die Zeichen auf Abfahrt. Wir treffen verschiedene Freunde und Familien zum Abschiedsessen, machen und erhalten Geschenke, arbeiten fieberhaft am Schiff, um die letzten Arbeiten abzuschliessen. Endlich los. Endlich mal wieder in ein englischsprachiges Land !

Drei Tage brauche ich, um die neuen Maststufen anzubringen. Eine anstrengende und nicht ganz ungefaehrliche Arbeit in luftiger Hoehe. Ein Schiff braucht Maststufen ! Wenn man keine hat, wird man nur sehr selten und ungern das Rigg besteigen und nach Schaeden suchen. Keine Maststufen bedeuten also ein gewisses Risiko. Und so ist’s natuerlich auch bei uns. Kaum hab ich die letzten beiden Trittstufen angebracht, fange ich an Beschlaege, Umlenkrollen, Schaekel auf Schaeden zu untersuchen. Und siehe da: Unser Vorstag ist kaputt ! Zwei Kardeele sind aus dem oberen Terminal gebrochen. Also Segel runter, Rollreffanlage demontieren, Schaden begutachten.  Das heisst Arbeit, Geld, Zeit und natuerlich dass wir nun doch nicht in den naechsten Tagen loskommen. Aua !!!

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Da blaest er !!

Gestern, als wir vom Einkaufen kamen, machten wir ein kleine Pause. Als wir so im Schatten einer Palme sassen und ein kleines Picknick vernaschten, sah ich den Blas eines Wales – genau vor uns, ausserhalb des Riffs: Buckelwal- Saison ! Damit wir auch zu unserer Chance kommen, haben wir den Dinghy Tank von Lorenz befuellt und den grossen Motor (40ps) auf sein Dinghy gepackt. Heute, gleich nach dem Fruehstueck war dann Alarm angesagt: Eine Walmutter und ihr Kalb – direkt im Pass zur Opunohu Bay !

Zehn Minuten spaeter waren wir dann schon mit Schnorchel und Kameras bewaffnet im Dinghy und zogen einen weissen Streifen Richtung Pass. Kaum angekommen, huepfen wir ins Wasser und starren ins etwas milchig-truebe Wasser in der Einfahrt. Ein paar Sekunden spaeter ein Schatten und augenblicklich taucht die riesige Walkuh und ihr Kalb aus dem nichts auf und schwimmen langsam und majestaetisch an uns vorbei. Ich merke, wie sich mein Puls ungefaehr verdoppelt und habe etwas Probleme, die Kamera stillzuhalten beziehungsweise sie ueberhaupt zu bedienen. Zu beeindruckend ist der Moment. Die Wale biegen wieder raus richtung Ozean und schwimmen das Riff entlang nach norden. Wir ueberholen, parken das Dinghy etwas abseits und tauchen nochmal unter. Diesmal noch naeher: Lorenz und ich muessen zur Seite schwimmen, um nicht vor der Nase der Wale zu landen. Obwohl es scheint, als wuerden sich die Tiere in Zeitlupe bewegen, ziehen sie dennoch mit 5-6 Knoten durch’s Wasser. Wir strampeln so gut es geht hinterher, raus in das tiefblaue Pazifikwasser, bevor wir sie endgueltig aus den Augen verlieren.

Eine Erinnerung, die wohl den Rest unseres Lebens lebendig bleiben wird. Und ein kurzes, wackeliges Video fuer unsere lieben Blogbesucher:

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Winterzeit – und weg die Hitze

Endlich hab ich das Problem mit der Motorkuehlung geloest bekommen ! Seit wir die Suvarov uebernommen haben, neigte der Motor immer zum ueberhitzen. Vor Wochen schon hab ich mal den Wassereinlass und die Filter gereinigt, danach den Impeller und die abgehenden Leitungen kontrolliert. Heute hab ich dann die restlichen Schlaeuche vom Motor genommen und gereinigt, alles gelenzt und durchgeblasen, den Auspuffkruemmer abmontiert und die Kuehlsysteme fuer Kruemmer und Auspurrschlauch gereinigt. Und obwohl ich eigentlich keine grossen Verstopfungen oder Verunreinigungen fand, scheint die Kuehlung nun endlich zu funktionierten.
Am Nachmittag liess ich die Maschine fuer eine Stunde laufen und der Auspuff speit deutlich mehr Wasser aus, Vor allem aber bleibt die Motortemperatur endlich im normalen Bereich. Yay !!

Die Kinder haben in den letzten Tagen gleichaltrige Freunde am Nachbarschiff ‘living’ gefunden und verbringen – soweit moeglich – jede Wache Minute mit den beiden Jungs.  Alles super im Suedpazifik !

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…und Landung !

Auf der Fahrt zum Sued-Pass haben wir 25kn Wind und das ist auch genau die angekuendigte Staerke. Am Riff angekommen sehen wir schon, wie sich der Pass verkleinert. Der Wind hat schnell Welle aufgebaut und die normalerweise relativ breite und sichere Riffdurchfahrt ist unter weisser Gischt begraben und kaum noch erkennbar. Die Segel hatte ich bereits waehrend der Motorfahrt in der Lagune gesetzt. Gross im 3. Reff und Genua ebenfalls.

Wir segeln mit Motorunterstuetzung durch den Pass und als wir ca. fuenf Minuten vom Riff entfernt sind, erreicht uns das Wolkenband und der Maramu dreht richtig auf. Ich verkleinere beide Segel auf Badetuchgroesse und staune nicht schlecht, als die Windanzeige das erste mal die 50 Knote-Schallmauer durchbricht. Gleichzeitig beginnt die Rush Hour auf Kanal 16. Waehrend der naechsten zwei Stunden wird es hier keine Minute Pause geben. In der Marina Taina gehen reihenweise Boote auf drift, Dinghys fliegen durch die Luft und gehen verloren. Wir hoeren mehrere Yachten in einer Notsituation, spaeter noch einen Kat, der in Moorea auf’s Riff driftet. Das MRCC hat alle Haende voll zu tun.
Und das alles waehrend wir hier schoen auf See sind und mit 8 Knoten, Raumschotkurs Richtung Moorea ziehen. Unsere Testfahrt um die Inseln, in den Wochen zuvor bewaehrt sich hier wieder: kein einziger Gegenstand fliegt durch den Salon. Alles ist perfekt an seinem Platz und das Deck sauber aufklariert. Auch die Luken sind diesmal dicht !! Doch als und auf halber Strecke zwei Brecher erwischen und Achterdeck und Cockpit unter weissem Wasser begraben, suchen sich doch ein paar Liter Salzwasser ihren Weg durch den Niedergang im Heck und auf des Captain’s Ruhestaette. *tsss* Naja, muss wohl eine neue Dichtung rein.

Aus der geplanten, schnellen Segelreise mit dem Suedwind wird also eine Sturmfahrt. Wir rauschen dahin und haben durchschnittlich 45-55kn Wind mit Spitzen ueber 65 Knoten. Da hoert dann die Beaufort-Skala auch auf – bei Staerke 12 ! An der Nordost-Ecke von Moorea kommen wir nochmal in den kurzen Genuss einer Kreuzsee, doch kurz spaeter sind wir in Lee von Moorea angelangt, die Wellenberge legen sich und der Wind pendelt sich bei 30-35 Knoten ein. So duesen wir nahe am Riff entlang nach West und kreuzen durch den Pass in die Opunohu Bay, wo Bruno, der professionell beim Ankermanoever hilft, Applaus von den Nachbaryachten erntet und ich bewundernde Blicke von Nachbar Lorenz. War eine aufregende Fahrt, kann man mal wieder nicht anders sagen. Und dass auch noch mit ‘kleiner’ Crew. Aber die beiden haben mal wieder alles voellig locker genommen und mir gut geholfen.
Gui ist inzwischen in Neuseeland angekommen und wird von dort in ein paar Tagen nach Buenos Aires aufbrechen. – Odyssee Los Locos style. Ich pack’ jetzt erst mal die Matratze in die Sonne und werde es heute langsam angehen…

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Testfahrt – LosLocos style

Auch wenn die Tage in Bora Bora mit unseren Freunden wunderbar waren, muessen wir dennoch zurueck. Gui hat einen Termin bei der Einwanderungsbehoerde und den muss sie dringend wahrnehmen, da sie ja schon naechste Woche nach Buenos Aires fliegen wird. Eigentlich nur ein Detail, doch muss es erwaehnt werden. Denn waere nicht der Termin, wuerden wir sicher auf etwas bessere Bedingungen fuer unsere Rueckreise warten. Als wir die Lagune durch den Pass im Westen von Bora Bora verlassen, koennen wir den langen, etwa drei Meter hohen Schwell schoen sehen und spueren. Der Wind ist leicht und wir segeln erst mal gemuetlich das Riff entlang nach Sueden. Auch waehrend der ersten Nacht bleibt der Wind noch eher moderat und wir kommen gut vorwaerts. Leider ist nur Kurs Sued moeglich, denn der Wind kommt genau aus SE, wo wir hin wollen.


Als Gui bei Sonnenaufgang ihre Wache uebernimmt, machen wir die erste Wende und haben neuen Kurs ENE. Der Wendewinkel stimmt und auch wenn die Segelei hart am Wind nicht besonders komfortabel ist, erledigt es dennoch auch einen weiteren, wichtigen Zweck: Wir muessen die Suvarov mal ordentlich her nehmen. Mal wissen, was sie so abkann. Und die Gelegenheit kommt bald, denn am Nachmittag ziehen die ersten kleinen Fronten durch und bescheren uns Regen und bis zu 35 Knoten Wind. Die Suvarov legt sich kaum auf die Seite und wir preschen mit vollen Segeln (!) und 8.5 Knoten Geschwindigkeit durch. Sensationell ! Mit der Rancho haetten wir das Gross im zweiten Reff und als Vorsegel vermutlich die kleine Fock gefahren. Die laengere Suvarov mit ihrem wesentlich breiteren Rumpf schaukelt das besser. Bruno macht uns darauf aufmerksam, dass die Doradeluefter im Salon etwas Wasser ausspucken. Die werden einfach mit Handtuechern zugestopft. Problem erledigt. Auch das kleine Fenster im Bad leckt. Da muessen wir mal mit Silikon ran – weiter nicht schlimm.

Waehrend der Zweiten Nacht legt der Wind zu und wir haben nun meist so um die 25 Knoten gegen uns. Zum noch immer vorhandenen Schwell aus SW kommt nun eine immer groesser werdende Windsee aus SE hinzu und unser Deck wird regelmaessig mit schaeumendem, weissen Wasser ueberflutet. Die Suvarov knallt ihren Bug in die Wellen und das ganze Schiff vibriert bei jedem Aufschlag. Der Laerm im Schiff, wie auch draussen ist ungewohnt. Wir segelnten die letzten Monate doch meist mit achterlichen Winden. Doch ansonsten laeuft alles super. Die Fleming Windsteuerung haelt unser Schiff schoen auf Kurs und auch sonst sind wir mit dem Vorwaertskommen bei diesen Bedingungen recht zufrieden.
Als ich spaeter, nachts nach unten gehe und ins Logbuch schreibe hoere ich ein seltsames Wassergeraeusch. Nein, es klingt nicht wie das uebliche Sprudeln vor den Fenstern und aussen am Bug. Und was ist das ? Klingt wie Dosen und Glaeser, die aneinanderstossen. Ich mache mal die Bilge in der Kueche auf und mir rutscht mein Seglerherz in die Hose. Unsere Lebensmittel schwimmen alle im Salzwasserbad ! Wir haben hunderte Liter Wasser in der Bilge. Uh Kacke !! Wenn wir jetzt eine Wende machen wuerden, koennten wir sogar die Verbraucherbatterien auf der Backbordseite ueberfluten. Nein – gar nicht gut, echt nicht !
Ich wecke Gui also eine Stunde vor ihrem eigentlichen Wachbeginn und fange selber an, mit einer mobilen, elektrischen Pumpe die Bilge zu lenzen. Nach einigen Minuten scheint sich der Wasserpegel zu senken und nach einer Stunde haben wir soviel raus, dass ich mit Schwamm und Eimer weitermachen muss. Wo das Wasser herkommt war schnell gefunden: Der Doradeluefter in der Kueche, der eigentlich die heisse Kochluft rausziehen soll funktioniert auf dem Kurs und bei der Kraengung wie ein Trichter. Mit jeder Welle schiessen einige Liter
Wasser in die Kueche. Gut drei Stunden spaeter habe ich unsere Bilge wider halbwegs trocken, bin todmuede und Gui – selbst etwas seekrank – uebernimmt noch fuer weitere drei Stunden das Steuer, damit ich zumindest ein bisschen schlafen kann.
Der letzte halbe Tag wird nochmal richtig hart und wir fordern der Suvarov einiges ab, doch wir kommen rechtzeitig und allesamt heil in Moorea an und fuehlen uns mal wieder wie echte Segler. 234 Seemeilen in zwei Tagen und das Gegenan und bei recht rauhen Bediungungen. Unsere Suvarov hat sich bis auf die Macken mit den Lueftern als ein gutes, schnelles Schiff erwiesen und wir haben das Segeln anscheinend auch noch nicht verlernt. Schoen !

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Baustelle im Achterschiff

Das Badezimmer im Achterschiff war bisher Lagerraum fuer all die Kisten und Sachen, fuer welche wir bisher noch keinen Platz gefunden hatten. Da die Umzugsarbeiten langsam dem Ende entgegenschreiten, wird es nun Zeit diesen unnuetzen Raum zu entfernen. Da Gui mir beim Basteln der neuen Kuechen-Luke nicht wirklich helfen kann, hat sie entschlossen, dieses Projekt selbst zu starten. Mit Brecheisen und Akkuschrauber bewaffnet geht’s dem Badezimmer an den Kragen.

Und wieder merkt man den Unterschied zur Rancho: Dort war der gesamte Innenraum aus dem selben Holz und alles mit Messingschrauben zusammengepuzzlet. Hier auf der Suvarov gibt es verschiedene Generationen der Einrichtung und auch entsprechend unterschiedliche Konstruktionsweisen und Baustoffe. Im Falle des Bades waren viele Teile verschraubt und verklebt. Zusaetzlich waren alle Schrauben schoen verspachtelt – auch die, die man niemals sehen wuerde. Das macht die Sache etwas spannender. Heh. Doch nach einem Tag ist das Bad entfernt und wir ueberlegen, was wir nun hier machen koennten und wie wir die Steuerkabel, welche quer durch den Raum laufen, geschickt verbergen koennen.

Am naechsten Tag baut der gelangweilte Skipper eine Test-Inneneinrichtung aus dem Resten des Bades. So bekommt man (und Frau Skipper) eine bessere Idee, was und wie wir was machen werden. So erst mal eine Nacht oder zwei drueber schlafen – dann gehen wir Holz kaufen.

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Delfine und Zirkus

Morgens um 06:20h klingelt der Wecker, die Sonne blinzelt genau in diesem Augenblick hinterm Berg hervor. Das lecker Fruehstueck wird an Deck eingenommen, denn gerade ist eine Schule Delfine unterwegs durch die Nachbarschaft. Als wir ein wenig spaeter an Land paddeln lassen wir uns bewusst durch eine Gruppe von 20-30 Delfinen treiben und die spielen ein wenig um unser Dinghy, bis sie kurz darauf durch den Kanal wieder raus in die Bucht und weiter in den Ozean ziehen. An Land bekommen wir von einem Freund ein paar kleine Rifffische geschenkt. Unser Fischerfreund und ich begleiten Gui und die Kinder zm Auto. – Jaaaa ! Wir haben erstmals seit zwei Jahren wieder einen fahrbaren Untersatz ! Wir haben es leihweise von einer Familie bekommen, deren Sohn mit Viola in die Kita geht. Leider ist die Batterie kaputt, aber unser Fischerfreund hilft beim Anschieben.


Die Schule ist wegen Ostern geschlossen, als Ersatz gibt es eine Zirkus-Schule in der die Kinder Akrobatik und Clownnummern machen und super viel Spass haben. Heute, am letzten Tag, ist um halb zwoelf eine kleine Auffuehrung und wir schauen den Kindern bei ihren Kunststuecken zu. Viola’s Freund Manoa kommt spaeter mit zu uns auf die Suvarov. Der Weg zurueck ist mit fuenf Leuten im Dinghy und 20kn Wind nicht mehr ganz so entspannend, wie am Morgen, doch wir sind vor Eintreffen der Front an Bord. Am Schiff gibt es ein kurzes Piratengefecht, Essen und als kurz darauf der Regen runterprasselt werden die Kinder als Wassersammler aktiv.


Eine schlechte Nachricht hab ich leider fuer die Freunde bunter Bilder: Hatte ich mich doch so auf die Rueckkehr der Spiegelreflex-Kamera gefreut, musste ich feststellen, dass das Ladegeraet fuer selbige leider in Suedamerika geblieben ist. Der zugegebenermassen schlechte Ersatz, die kleine Kompaktkamera, ist in Violas Rucksack Vorgestern auf eine Seereise gegangen. Und obwohl der Skipper trotz marodem Fuss sofort ueber Bord hechtete, bekam die Kamera ein paar Tropfen Wasser ab. Nicht mehr, als wenn man einen Schnappschuss im Regen machen wuerde. Dennoch: Akku tot. Tja. Jetzt haben wir zwei Kompaktkameras ohne Akku und eine Pentax K5 ohne Ladegeraet. Bleiben nur noch die GoPro und mein altes Handy, welches ab nun leider die Hauptquelle der Fotos auf diesem Blog sein wird. Uaaah !

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