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Wind aus Süd und Abflug

Der nächste Tag wird wirklich richtig heiß und gleich nach dem Frühstück geht’s zum Strand. Nach den Wochen in Norwewgen mit viel kaltem Wind und Regen geniessen wir jeden Sonnenstrahl und vor allem das Baden ! Als die Kinder am frühen Nachmittag müde werden, paddeln wir zum Schiff zurück und zählen nun 45 Schiffe. Nach dem Essen beschliessen wir, noch heute ein Stück nach Süden zu segeln, da morgen Gegenwind angesagt ist.

Als wir nach der grossen Hitze lossegeln, ist der Ankerplatz echt voll.Raus auf die SeeEnge, felsige Fahrwasser.Ab und an passiert auch was...

So segeln wir erst etwas, motoren dann später durch die Schären, vorbei am Marsstrand weiter Richtung Göteborg, während wir links und rechts nach passenden Ankerplätzen schauen. Nach Sonnenuntergang, im letzten Licht entdecken wir einen kleinen Strand auf der Insel Rivö, nur wenige Meilen vor Göteborg und so fällt der Anker um 22:35h auf 6m Wassertiefe und wir in die Kojen.

Geht aber NOCH enger ! - Und da parkt noch einer in zweiter Spur... (DHL Fahrer ?)Kilian eingeschlafenIm Juli sieht man hinter jedem Felshubbel Schiffe stehnWunderschönes Licht und Segeln bis in den späten Abend

Die Sonne geht langsam unter... Bei Ankunft, Gestern waren wir alleine...Beach day !Kilian im Dinghy-Schatten

Kilian fühlt sich richtig wohl im Wasser und Moana ist generell von jeder Insel begeistert, am meisten Spass macht ihr ber unser kleines, blaues Dinghy, mit dem sie mich durch die Ankerplätze dirigiert. Am frühen Nachmittag bedeckt sich der Himmel etwas und wir verlegen uns in den Hafen, zum GKSS am Saltholmen. Hier in Göteborg treffen wir alte Freunde, die damals gleichzeitig mit uns in den Pazifik gesegelt sind. Damals zu zweit, auf einem kleinen, roten 26′ Boot. Jetzt haben sie zwei strohblonde Kinder und suchen ein größeres Schiff, auf das sie in einem Jahr für längere Zeit ziehen werden. Wir verbringen einige schöne Stunden zusammen, lachen über Vergangenes und träumen von der Zukunft.

Grosse Marina. Lange StegeAm SpielplatzJuhuu !! Wir sehen die crew der SY Ninita wieder !Die Kinder verstehen sich sofort - trotz unterschiedlicher Sprachen

Die Zukunft… tja. Gui fliegt mit den beiden Kleinen zurück nach Berlin. Nach Rügen sind es nochmal gut 200nm und die werde ich mit Viola zu zweit segeln. Das war zwar nicht ganz so geplant, ist aber für alle einfacher und entspannter. Wir kommen dann in ein paar Tagen in Rügen wieder zusammen und verbringen dann nochmal ein paar Tage am Strand – ohne lange Segel-Schläge mit dem kleinen Kilian. Er hat gerade angefangen, seine ersten Schritte (mit Festhalten) zu machen und will sich bewegen. Das ist einfach keine gute Zeit, um viele Stunden auf einem kleinen Segelschiff rumzuschaukeln.

Auf der StangeMoana unterhält Kilian im Cafeund dirigiert uns was am SpielplatzGui und die Kleinen fliegen zurück nach Berlin

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Von Norwegen zurück nach Schweden

Wir warten am Sonntag bis der Wind am Nachmittag etwas nachlässt und verlassen am frühen Nachmittag die kleine Insel Flekkeroy, segeln um die Nordspitze, shiften die Genua und machen es uns unter der Kuchenbude halbwegs gemütlich.

Abfahrt noch mit dunklen Wolken, aber etwas weniger WindSchleicht sich ein Kreuzfahrtsschiff um die EckeUnd drängt uns ganz an den Rand des FahrwassersLeuchtturm Oksøy, letzter Landkontakt in Norwegen

Genau in der Ausfahrt schleicht sich von hinten ein Kreuzfahrtsschiff an und zwingt uns kurz etwas härter am Wind zu segeln, als wir möchten. Bald darauf passieren wir das Leuchtfeuer Oksøy und halten Kurs 110, etwas südlich vom Verkehrstrennunsggebiet vor Kristiansand vorbei. Dieser Kurs ist auch strömungstechnisch ideal, da wir so dem SW-setzenden Gegenstrom vor der Ostküste schnell entkommen und früher in die günstige NE-Strömung vor Dänemark kommen sollten. Der Wind ist mit WSW bis W 5-6 Bft. etwas mehr als angekündigt und wir rauschen nur mit Genua recht flott raus in den Skagerrak.

Mit 6.5kn raus in den berüchtigten SkagerrakNorwegen verschwindet bald am HorizontWir haben die SE-Ecke des Verkehrstrennungsgebietes passiert und fallen etwas abStrömungsverhältnisse im Skagerrak

Moana wird bei dem Rollen mit achterlichen Wellen nach einigen Stunden seekrank und Kilian, der anfangs kurz schlief wacht wieder auf und möchte unterhalten werden. So ergibt es sich oft, dass wir eines oder zwei Kinder in den Armen haben und gleichzeitig das Schiff führen. Und man sollte hier schon achtsam segeln, den der Schiffsverkehr ist immens und manche Fähren rasen förmlich über’s Meer. Gui hält Moana und Wache, ich wechsle im rollenden Vorschiff eine Windel. Der 120 Meilen Trip startet nicht zu nett. Der Wind ist etwas zu viel bei der Gegenströmung und die kleinen Kinder halten uns echt auf Trab.

Es wird etwas ruppiger und rolligerMoana verträgt das leider nicht gutSchlaf-VersuchRasende rote Rennfähre

Irgendwann schlafen die kleinen aber beide ein und die Nachtwache verläuft etwas entspannter. Es passieren uns dutzende Frachter, Tanker und Fischer an Steuerbord. Alle von der Ostsee kommend Richtung Ärmelkanal unterwegs. Während der kurzen Dunkelphase (so ca. von Mitternacht bis zwei Uhr) kommt uns ein Kreuzfahrtsschiff entgegen und etwas nördlich von Skagen sehen wir dann den einzigen anderen Segler achteraus queren. Mobilfunkempfang hatten wir 12nm nördlich von Skagen kurz mal aus Dänemark und dann erneut wieder 22nm vor der schwedischen Westküste. – Das ist echt sehr irritierend, wenn plötzlich eine Nachricht zugestellt wird, man aber kein Land sehen kann.

Party mitten in der Nacht, irgendwo NW von SkagenWir haben hier echt Mobilfunkempfang !Endlich mal wieder ein Sonnenaufgang auf SeeLand in Sicht !

Am frühen Nachmittag laufen wir bei nachlassendem Wind in Slubbersholmens ein, ein Ankerplatz-Tipp von Freunden. Als wir ankommen sind nur (?) vier andere Schiffe hier und es ist warm und soll morgen richtig heiss werden. Schnell ein Sandwich und los, Dinghy und SUP aufpumpen und zum Strand !! Die Kinderfüße haben kaum den Muschelsand berührt, da strahlen die Gesichter schon. Wir haben einen wunderschönen Strandnachmittag, die Kinder werden langsam müde und bei mir lässt die Anspannung der etwas qualvollen Überfahrt nach. Als wir zum Schiff zurückpaddeln, bemerken wir wie voll der Ankerplatz geworden ist. Wir kochen noch was und fallen früh in die Betten…

Der Anker fällt in 9m glasklares Wasser, die Sonne kommt raus.LandfallBlick hinausBlick zur offenen See und zur Einfahrt, die Dragon steht rechts um's Eck

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Zurück nach Süden

Gleich nachdem Bruno am Flughafen abgeliefert wurde, verlassen wir Stavanger und runden die kleine Halbinsel zur Außenseite hin, nach Tananger. Heute gibt’s zur Abwechslung Südwind, so wird es ein kurzes, sportliches Kreuzen bis wir im sehr sypmatischen Gästehafen liegen. Diesen würde man angesichts des vorgelagerten Ölindustrie-Hafens nicht vermuten.

Fjordcruiser coming very close while we try to stay as close hauled as possibleThe girls lie in bed with boat heeling and rolling in the wavesMarkerTananger Gjesthavn

Wir sind etwas in Eile und bleiben nur eine kurze Nacht lang, denn vor uns liegt wieder eines dieser Gebiete mit ‘gefährlichen Wellen’ und hinter uns sozusagen etwas im Nacken sitzt ein grosses Tief, das aktuell zwischen Island und Schottland auf dem Weg nach Norwegen ist. Wir warten morgens, bis der Wind wie angekündigt etwas westlicher wird und legen bei grauem Himmel ab.

Sailing with the roof upEntering the skerris west of EgersundThe nymph greeting the sailors...IMGP1084

Die Reise wird ziemlich holprich mit Schwell aus West und Windsee aus Nordwest und am Nachmittag wird Moana kurz mal etwas seekrank. Doch am Abend sind wir alle froh, etwas Meilen nach Süd gutgemacht zu haben und freuen uns, dass wir im schönen Egersund liegen. Dieses mal in der Marina – wir müssen mal Wäsche waschen. Wir werden auch einen Tag hier bleiben, denn der Wind ist aktuell zu stark. Am Freitag hoffen wir, den südwest-Zipfel von Norwegen zu runden und es bis in den Farsund zu schaffen. Mal sehen, was das Tief so vor hat und ob unsere Pläne so bleiben…

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Vom Hardangerfjord zurück nach Stavanger

Es scheint, je näher man an Bergen ist und desto tiefer im Fjord man sich befindet, um so mehr wird der Regen. Nach zwei Tagen mit nur kurzen Pausen ergreifen wir die Flucht und brechen auf, Richtung Süden.

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Die Regenwolken lassen wir bald hinter uns und je näher wir der offenen See kommen, desto mehr wird der Wind. Die kleinen schlafen, spielen, essen während die kleine Dragon mit 6.5 Knoten Richtung Haugsund rauscht. Am Abend kommen wir an und Moana und ich laufen noch eine kleine Runde durch die Stadt.

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Überall in Norwegen sehen wir die Spuren der Ölindustrie: Bohrinseln, riesige Arbeitsschiffe und Kräne. Aber auch eine saubere Zukunft: an manchen Orten ist jedes dritte Auto elektrisch und selbst die meisten Fjord-Fähren und Ausflugsschiffe hängen nachts an der Ladestation. Selbst die grossen Frachtschiffe und Fähren haben eine richtige Abgasreinigung und blasen nicht mehr den Gelb-Brauen Schmutz beim Schornstein raus. Wenn man das dreckige Geld aus dem kurzen Erdöl-boom richtig investiert, geht das.

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Einen weiteren, kurzen Zwischenstopp machen wir in Vikevåg, haben Glück mit dem Wetter und finden sogar einen kleinen Strand unweit vom Fischerhafen, wo wir liegen. Von hier sind es nur noch ein paar Meilen durch die Schären und bald sind wir schon wieder zurück in Stavanger, wo Viola an Bord kommt und wir nun komplett und für einige Tage zu sechst an Bord sind.

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Im “Stadthafen” geht es turbulent zu und der abendliche Lärm, sowie der Schwell der in den nach Westen komplett offenen Hafen läuft, lässt uns am nächsten Tag nach Børeviga flüchten. Viola kommt um Mitternacht aus Berlin an und am nächsten Tag feiern wir Gui’s Geburtstag.

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Bergen – Os – Rosendal

Gui, Moana und Kilian kommen bei Sonnenuntergang (ca. 23.10h) in Bergen an und nach einer Nacht an der Brygge und einer kurzen Runde durch die Umgebung verlegen wir die Dragon etwas weiter nach Süden, wo es eine kleine Marina mit Gästesteg gibt und auch einen kleinen Badestrand. Vor allem ist es aber sehr viel ruhiger und man muss nicht über alte LKW-Reifen hochklettern (gut 1m Tidenhub, hier).

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Nach einem Badetag (!!) am Mini-Strand neben dem Marineholmen Gjestehavn, einigen Besorgungen und einer Kletterrunde durch den nahen Park verlassen wir am nächsten Tag Bergen schon wieder und segeln nach Süden (wo der Wind herkommt). Anfangs noch sonnig, wird das Wetter zunehmend feuchter und der Wind frischer (Böen bis 7 Bft). Am frühen Abend werfen wir halbwegs gut durchgeschüttelt den Anker in eine Bucht namens Os und schlafen mit Regentrommeln ein…

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Das Wetter wird auch am nächsten Tag nicht viel besser. – Schade, denn nicht nur ist es kalt, sondern mangels Sicht entgeht einem ein guter Teil der unfassbar tollen Gegend. Der Wind ist heute etwas weniger heftig und bis auf die Fahrt durch den Lokksund (sehr eng und der Wind exakt gegenan) können wir halbwegs angenehm segeln.

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Vom Locksund raus müssen wir nicht mehr hart am Wind und können nach Osten hin abfallen, nach zwei Ecken sehen wir das traumhaft gelegene Rosendal hinter einer Insel auftauchen. Berge mit Schnee, drei Wasserfälle, eine traumhafte Bucht… was für ein Kitsch. Hehe.

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Wir nützen die Gelegenheit und gehen noch eine schnelle Runde durch den Ort, doch für klein Kilian ist es schon spät, so verlegen wir die geplante Wanderung zum Wasserfall auf morgen.

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Leider regnet es seither beinahe durchgehend und ich bin zwar mit Kilian im Kinderwagen mal schnell zum Wasserfall hochgelaufen, doch auf ausgiebige Wandertouren hatte heute niemand so recht Lust. So gab’ es Bücher, Basteln und Bingo und hoffen, dass die Regenwolken irgendwann aufreissen. Danach noch einen doppelten, dicken Regenbogen, das hat Moana echt gefreut. Morgen müssen wir leider schon weiter in den Süden, denn am 8.7. kommt Viola in Stavanger an – und der Wind will nicht so wirklich passen, scheint’s.

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Kurzes Update

Sechs Jahre sind vergangen, seit dem letzten Eintrag hier. – Vieles ist passiert und wird moeglicherweise auch nach und nach erzaehlt werden, doch erst einmal geht es hier wie auch frueher vor allem darum, meinen Freunden und meiner Familie mitzuteilen, wo wir uns gerade so rumtreiben und ob alles gut laeuft. Sollte jemand ausserhalb dieses Kreises noch immer hier mitlesen, dann kurz ein kleines update:

Wir sind seit 2014 wieder sesshaft in Berlin, meine Frau ist nun Lehrerin und ich habe eine Firma gegruendet, die Energieberatung und mobile Energiemessgeraete macht. Die Reiselust ist natuerlich nicht verschwunden und so sind wir die ersten Jahre mit einem alten VW-Bus durch Europa geheizt, bis wir in einem Urlaub vor ein paar Jahren Freunde in Gullholmen, Schweden besucht haben und dort wieder Lust auf Segeln bekamen. Kurz darauf (2018) haben wir den VW-Bus gegen eine kleine Compromis 720 eingetauscht.

Mit dem VW Bus in AlbanienIMGP9519Die Schummla (in Wiek, bei Greifswald)IMG_2782

Dann … haben wir uns vergroessert. – Zuerst unsere Familie, die mit Moana (geb. 2018) und Kilian (geb. 2021) nun auf wundervolle vier Kinder (und zwei Katzen) angewachsen ist.  Die Compromis wurde nun doch deutlich zu klein und so teilen wir uns seit 2020 mit einer befreundeten und benachbarten Familie eine Carter 30, Bj. 1979 und sind damit noerdlich von Deutschland unterwegs.

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Oder kurz: Ja. Wir sind noch immer LosLocos. :-)

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Das Leben kehrt zurueck

Ein halbes Jahr ist vergangen ohne einem einzigen Eintrag auf unserer Website. So war das nicht geplant. Nein im Gegenteil – gerade die Rueckkehr wollte ich genauso dokumentieren wie auch unsere Reise. Oft habe ich mich gefragt, warum die Blogs anderer Segler so ploetzlich enden, wenn Sie an Land zurueckkehren ? Die Antwort ist einfach: Das Leben an Land laesst einem kaum Zeit fuer solcherart ‘Freizeitvergnuegen’ und es passiert zu viel, das Leben ist zu hektisch und letzten Endes auch oft zu deprimierend, als dass man all dies oeffentlich dokumentieren moechte.

Fruehlingserwachen unter den HainbuchenDer erste bunte Farbklecks im winterlichen Grau

Die Frage, die wir in den vergangenen Monaten am haeufigsten hoerten ist: ‘Und, habt ihr euch schon wieder eingelebt ?’ Diese Frage wird glaube ich gestellt, ohne viel darueber nachzudenken, was nun als Antwort kommen koennte. Genauso wie auf die Frage ‘Wie geht’s ?’ erwartet man ohne grosse Umschweife ein ‘Ja, gut.’ und moechte nicht mit einem Vortrag ueber die Vor- und Nachteile von Lebensweisen und was einem eigentlich im Leben wichtig ist beantwortet bekommen. So koennte ich nun schreiben: ‘Ja, wir haben uns eingelebt.’ Nun seid ihr alle schlauer, was ?

Oder soll ich lieber doch ein wenig in die Tiefe gehen und mal erzaehlen, was in den letzten Monaten so los war ? Ja ? Gut.

Also das Ankommen nach drei Jahren Leben auf dem Schiff war schoen. Die alten Freunde in die Arme zu nehmen, die vertraute Umgebung, Familie, die Freunde der Kinder. All dies wunderbare Sachen. Doch haben wir von segelnden Freunden schon vorher erfahren, dass der eigentliche Aufprall erst nach Wochen kommt und der ist hart. Genauso war es auch bei uns.

Am meisten vermisse ich aber die tiefen, langen Gespraeche mit unseren segelnden Freunden. Hier an Land haben die meisten Menschen keine Zeit oder haben einfach Angst, mal ein wenig tiefer einzudringen. So bleiben Konversationen meist recht nah an der Oberflaeche, was mich langweilt und frustriert. Vor allem aber die Tatsache, dass man sich damit wohl frueher oder spaeter abfindet und diese Situation wieder als ‘normal’ akzeptiert. Das tut weh.

Die Kinder waren schnell in der neuen Schule integriert, Viola hatte keinerlei Probleme in der ersten Klasse und findet sich mit ihren Leistungen in den oberen 10%, was uns keineswegs ueberraschte. Bruno hingegen hatte es schon etwas schwerer, in der dritten Stufe aufgenommen zu werden und vor allem beim Lesen und Schreiben war er doch deutlich langsamer als der Durchschnitt. Auch das ueberraschte uns nicht, hatten wir doch Bordschule immer auf Spanisch und Deutsch gemacht, nun aber war der Unterricht ploetzlich auf Englisch. Aber nach ein paar Monaten hatte auch er sich zurechtgefunden, befindet sich nun im unteren Mittelfeld und seine Lehrer sind sich sicher, dass er bis zum Jahresende im oberhalb des Durchschnittes zu finden sein wird. Hier muessen wir uns also keine Sorgen machen (auch wenn uns die Schulsituation vor unserer Rueckkehr sicher die meisten Gedanken machte). Die Kinder haben viele Freunde, schlafen regelmaessig auswaerts und laden andere Kinder zu uns ein. Kurzum alles gut.

IMGP3295Und die erste Biene macht sich ans Werk

Wie geht’s also den Grossen ? Nun, wir haben ein wenig mehr zu kaempfen. Da ist zu allererst natuerlich das Organisatorische (Wohnung, Versicherung, Schule, Steuer, Beruf) – doch das war relativ schnell gelost. Schwieriger war fuer mich die Tatsache, dass sich gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch waehrend unserer Abwesenheit nichts gebessert hatte. Im Gegenteil denke ich, dass Europa mit seiner furchtbaren, aber selbst gewaehlten Abhaengigkeit von den USA immer tiefer in die Rezession schlittern wird. Und unsere ‘Helfer’ von IWF, EZB und der Europaeischen Kommission machen alles, um die Situation eskalieren zu lassen, die Reichen reicher zu machen und den Grossteil der Bevoelkerungen der betroffenen Staaten (Spanien, Portugal, Griechenland) in die Armut zu treiben. Die Veroeffentlichungen zu den NSA Skandalen sind kein Thema, der ‘Untersuchungsausschuss’ wurde nach der ersten, versuchten Anhoerung aufgelassen, Business muss weitergehen. Business ist wichtig. Vollgas Richtung Abrgund ! Auch wenn’s auf Kosten der Bevoelkerung geht. Ich finde diese Entwicklungen brisant um es gelinde auszudruecken und es bedrueckt mich sehr, wenn ich in die Zukunft schaue. Hier kommt aber auch einer der wichtigsten Aspekte unserer Reise ins Spiel: Selbst wenn ich mir noch so finstere Zukunftszenarien ausdenke, ich habe immer noch die Gewissheit, das ein anderes Leben moeglich ist. Und dass WIR dieses andere Leben auch fuehren koennen – schliesslich haben wir das ja auch mehrere Jahre so gemacht. Aber es gibt kleine Keime der Hoffnung. Sie heissen Podemos oder Tsipras und zeigen, dass man die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht begraben sollte.

Jetzt bin ich voellig ins Politische abgeschweift. Aber gut, das ist nun mal ein wichtiges Thema das uns alle und unsere Zukunft bestimmt. Was machen wir also nun so ? Gui arbeitet weiter fleissig an ihrem Modelabel Coquito und war nach Weihnachten ein Monat in Argentinien um ihre neue Kollektion zu entwerfen. Nebenbei arbeitet sie drei bis vier Tage die Woche in einem kleinen franzoesischen Lokal. Ich habe nach unserer Rueckkehr bei meiner alten Firma einen Job angeboten bekommen. Wieder am Schreibtisch, statt mit dem Schraubenschluessel im Motorraum ist nicht unbedingt besser, aber bringt mehr Geld. Und dieser Job sichert uns das Ueberleben. Dennoch moechte ich lieber wieder etwas eigenes machen und so bin ich zur Zeit mit einer Kollegin dabei, eine neue Firma zu gruenden. Eine genauere Vorstellung wird es sicher demnaechst hier geben, aber ein wenig kann ich ja schon berichten. Wir helfen kleinen Unternehmen, Energie zu sparen und werden spaeter mit einem kleinen Produkt wohl auch in den Endkundenmarkt einsteigen. Das macht richtig Spass, beinhaltet Elektronik, Elektrik, verschiedene Arten der Programmierung und natuerlich auch Kundenkontakte vor Ort. Eine tolle Sache. Und das beste daran ist, dass wir mit unserer Arbeit helfen Energie zu sparen und so unsere Lebensweise zumindest ein kleines Stueckchen verbessern.

Gleichzeitig bedeutet das natuerlich auch, dass wir beide meist sechs Tage die Woche arbeiten, waehrend unsere Kinder ihre Zeit in einer Ganztagsschule verbringen. Wir sehen uns nur kurz am Abend, waehrend alle meist totmuede sind. Die Wochenenden arbeiten wir abwechselnd, so dass kaum Zeit bleibt mal irgendwelche Aktivitaeten als Familie zu unternehmen. Es war uns klar, dass die Rueckkehr in die ‘Zivilisation’ nicht einfach sein wuerde, doch so hart hatten wir es uns auch nicht vorgestellt. Dennoch, der Fruehling ist im Anmarsch und langsam aber sicher fuegt sich eines zum anderen und wir blicken wieder optimistischer in die Zukunft.

Viele Freunde fragen auch immer wieder, ob ich nicht ein Buch ueber unsere Reise schreiben moechte ? Ja. Das will ich. Nur habe ich dafuer bislang einfach wirklich keine Zeit gefunden und mit zwei Jobs und all den Alltagsproblemen auch nicht den Kopf, mich wirklich reinzudenken. Aber ich bin mir sicher, sobald sich die Situation weiter beruhigt, setze ich mich auch zuhause wieder oefter vor den Rechner und dann wird das vermutlich recht schnell passieren. Die Ideen sind schon alle im Kopf und das schon seit laengerer Zeit. Gebt also die Hoffnung an dieser Stelle nicht auf.

Der beste Teil ist, dass wir in zwei Wochen mal wieder segeln gehen werden ! Zwar nicht in den Tropen, aber eine kleine Runde mit Freunden in Flensburg wird uns sicher auch sehr gut tun. Tja und die Tropen ruecken auch irgendwie naeher, denn ich werde Ende Maerz nach Australien fliegen muessen, um mich mal um die Suvarov zu kuemmern. Es gibt zwei Kaufinteressenten und das Schiff muss mal wieder ein wenig gepflegt und bewegt werden. Drueckt uns die Daumen, dass sich vielleicht auch ein Kaeufer entscheidet. Das wuerde uns den Fruehlingsanfang wirklich versuessen !

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Letzter Landfall

Tut mir echt leid, dass wir so lange nichts von uns hoeren haben lassen. Aber es war einfach zu hektisch, diese letzten Wochen und da blieb keine Zeit fuer Blogposts – saemtliche Kommunikation war auf das Wichtigste beschraenkt…

Aber hier sind wir wieder. Zurueck in Berlin, die Stadt die wir mit der Rancho Relaxo of the Seas vor gut drei Jahren verlassen haben.
Waehrend der letzten Wochen sind wir insgesamt sechs mal (!!) mit Sack und Pack uebersiedelt, von Wohnung zu Wohnung und mehrmals zwischen Oesterreich und Deutschland hin- und hergependelt. Um diesen Wahnsinn noch ein wenig zu intensivieren flog Gui mal kurz nach Kolumbien, wo sie ihre erste Modeschau mit ihrem Kindermodelabel ‘Coquito‘ hatte. Davor war sie auch noch kurz in Paris, um sich auf der ‘Playtime‘ umzusehen – eine der wichtigsten Messen fuer Kinderklamotten, auf der im naechsten Jahr dann eben auch ihre Schoepfungen zu bewundern sein werden.

The models getting prepared.Little beauties in gorgeous dresses...Fashion show in tropical climate. Nice.Gui and her models.

In der Zwischenzeit hab ich hart daran gearbeitet. wieder zurueck zwischen die Zahnraeder der ‘Maschine’ zu kommen. Uns also beim Meldeamt zu melden, Versicherung organisieren, die Schule besuchen und alles finalisieren, Freunde treffen, einen Job finden, die wichtigsten Moebel besorgen, rausfinden, warum unsere Sachen aus Brisbane noch immer nicht angekommen sind, und und und…..  Glaubt mir: das Leben in der Suedsee war deutlich entspannter !

In beautiful AustriaAnd back in BerlinStreet artFirst day of school !

Andererseits ist die Rueckkehr nach Berlin sehr viel schmerzfreier, als ich mir nach meinem Kurzbesuch im vorigen Jahr vorgestellt hatte. Damals war ich doch ziemlich krass geschockt von der sogenannten ‘westlichen Zivilisation’. Diesmal, mit einigem Vorlauf und entsprechener Vorfreude ausgestattet geniessen wir es geradezu. Alles ist so einfach. Und so schnell. Internet, Smartphone, fliessendes Wasser, riesen Kuehlschrank, Laeden, die um die Tuer sind – anstatt eine Stunde Dinghyfahrt entfernt. Wir sind trotz der Aufregung eigentlich alle recht entspannt und geniessen die Tage in unserer alten Wahlheimat.

Leaving the house early in the morning, excited and happyMy beautiful girls on the way to schoolThe welcoming of the first graders takes place in the historic cinema 'Babylon'.Every single new scholar is greeted by his teacher

Dennoch gucke ich jedesmal zum Himmel hoch, wenn ich die Blaetter im Wind rascheln hoere und suche nach Anzeichen von schlechtem Wetter. Wir wissen nicht so recht, was wir mit all dem Platz in unserer Wohnung anfangen sollen und meine gesamten Klamotten passen noch immer in einen ‘Schrank’ der wohl nichtmal als Nachtkaestchen qualifizieren wuerde. Wir geniessen es, endlich viel Zeit mit unseren Freunden zu verbringen und interessante Menschen kennenzulernen. Bruno hat letzte Woche die Schule gestartet und obwohl es ziemlich hart ist, in der dritten Klasse anzufangen und das auch noch auf Englisch, kommt er sehr gut damit zurecht. Viola hatte am Samstag Einschulung und kann es kaum erwarten, dass es nun am Montag endlich los geht.

The class 1cIn school...Playtime !Brain jogging

Also werden wir am Montag zu dritt frueh morgens auf die Strasse stolpern und nachdem ich die Kinder in ihrer Schule abgeliefert habe, laufe ich den alten, bekannten Weg zu meiner ‘Fabrik’ wo ich die naechsten Monate meine Arbeitszeit wieder am Schreibtisch verbringen werde. Lustigerseise hatte ich ganz kurzfristig ein echt verlockendes Arbeitsangebot erhalten: eine Yacht von der Tuerkei nach Frankreich zu ueberstellen. Und ich haette es echt so gerne gemacht, aber mit all dem Troubel um uns rum fuehlte es sich einfach falsch an, meine Familie hier fuer mehrere Wochen im Chaos zu lassen. Aber vielleicht wird’s ja im Fruehling was, wer weiss ? Angebote sind auf jeden Fall immer willkommen !

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Heimkehr ins Knoedelland

Nach eineinhalb Tagen im Flugzeug und unendlichen, sinnlosen ‘Sicherheitskontrollen’ erreichen wir endlich Muenchen. Meine Eltern erwarten uns am Flughafen, wir befuellen das Auto mit unserem endlosen Gepaeck und duesen nach Oesterreich. Hier erwartet uns schon meine Schwester mit lecker Essen und vielen Semmelknoedeln ! Mmmmh.

Arrived in Munich after 36 hours of flightThe family back togetherIn the car, on the way to Austriaand arriving at my parent's house

Waehrend die Grossen etwas mit dem Jetlag kaempfen, haben die Kindern endlos Spass mit ihren Cousins und ihren neuen Fahrraedern. Heute geht’s zur Oma, wo uns eine andere oesterreichische Spezialitaet erwartet: Marillenknoedel ! Hehehe. Spaeter mehr…

First thing in the morning: getting fresh berries from the gardenAnd the kids get long awaited bicycles !Viola forgot how to ride a bike...but we're getting there.

 

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Die letzte Seereise

Es ist soweit. Der Tag der letzten Seereise beginnt also nun doch…. Am morgen kommen John und Nia von der SY Zeitgeist und helfen uns, die Mooringleinen zu entfernen und dann verlassen wir die wunderbare, kleine Anchorage vor’m Botanischen Garten. Der Zeitpunkt der Abreise ist genau bestimmt, denn wir wollen die auslaufende Tide fuer die 12nm Fahrt bis zur Flussmuendung nutzen.

Chillin' in the parkThe botanical garden - our garden for three weeks.Bruno at the playgroundViola in action

Also geht’s um 10:45h los, Hochwasser ist um 11:20h. Wir tuckern durch Brisbane und geniessen den strahlend blauen, aber dennoch kalten Wintertag. Um kurz nach Zwoelf bunkern wir noch schnell ein wenig Diesel an der Rivergate Marina und kurz darauf sind wir wieder auf See, in der Moreton Bay. Perfektes Segelwetter, keine Wolke am Himmel und stabile 25-30 Knoten aus WSW sorgen fuer ordentlich Fahrt. Anfangs hatten wir noch Bedenken, ob wir ueberhaupt noch bei Tageslicht ankommen wuerden, doch mit 7-7.5kn Fahrt erreichen wir Redcliffe bereits um kurz nach Drei. Ein rasanter und schoener letzter Segeltrip !

An Iguana in the middle of the cityNot afraid at all (both Gui and the Iguana)Shopping crazyness at Woolworth'sKangaroo meat (nice !)

In der Marina wird’s dann etwas chaotisch. Uns wird ein viel zu enger Platz in der hintersten Ecke zugewiesen und es braucht einige helfende Haende und lange Festmacher ueber Winschen, um die 15t Suvarov bei 27kn Wind an ihren Platz zu buechsieren.

Going to town with my beautiful ladySkyscrapers in BrisbaneIn the public libraryLast day at the moorings in the city

Nun hat die Suvarov also ihren letzten Hafen erreicht, steht in der Scarborough Marina an Jetty E1 und wartet auf den naechsten Eigner, der sie dann wieder in den Pazifik raussegelt.  Die LosLocos sind emotional etwas durchgeschuettelt. Zu viel war los die letzten Tage, zu viele Taschen gepackt, der Abschied von drei Jahren Leben auf See steht bevor… Morgen werden wir nochmal das Schiff gruendlich waschen und schrubben und am Mittwoch um 14h steigen wir dann in den Flieger nach Bangkok, dann weiter nach Istanbul und letzten Endes nach Muechen. Yay !

Fast sailing in the Moreton Bayleaving Brisbane behindReally nice, really fast sailingRedcliffe, the final destination of the Suvarov

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Brunos dritter Geburtstag auf See und wir starten den Umzug

Als wir vor ueber drei Jahren in Berlin zu unserer Reise gestartet sind, war Bruno noch zarte vier Jahre. Sein erster Geburtstag auf See wurde in Glowe, auf Ruegen gefeiert. Gemeinsam mit seinem besten Freund Victor. Nun feiern wir seinen achten Purzeltag in Brisbane, es ist Winter und doch laufen wir barfuss im Park rum und nuetzen die gratis Griller, die die Stadtverwaltung hier aufgestellt hat.

Birthday cake with lots of berriesIn the parkExcitement !The gang

Zusammen mit unseren Nachbarn und deren Kindern veranstalten wir ein ordentliches Gelage und erst wenn wir uns vor lauter Essen kaum noch bewegen koennen, starten wir zurueck Richtung botanischen Garten. Aber es geht weiter, ab in die City wo die Spielautomaten und jede Menge Tokens auf die Kinder warten. Eine Stunde wird gezockt und geballert, dann geht’s in’s 3D-Kino, um den Tag einen eindrucksvollen Abschluss zu geben. Dank der Uebermenge an Zucker sind die Kinder noch immer voller tatendrang und niemand muss getragen werden als es spaeter im Dunkeln wieder zum Schiff geht.

at the gamesAnd Pacman also still exists !Moving our householdFirst of three dinghy runs

Unser Schiff wird auch langsam leer. Neun Kisten haben wir gepackt und sind nun auch schon unterwegs richrung Europa. D.h. alle Buecher, einige Kuechenutensilien, Gui’s unendliche Stoff-Vorraete fuer Coquito und die meisten Spielsachen sind von Bord. Was bleibt wandert in zwei Wochen dann in die Reisetaschen. Immerhin haben wir zu viert 120kg Gepaeck und nochmal 32kg Handgepaeck zur Verfuegung. Das duerfte fuer den restlichen Hausstand reichen.

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Die ersten Tage in Brisbane

Die ersten Tage waren kalt. Seeeehr kalt ! Wir hatten unsere warmen Sachen nach der Ueberquerung der Biskaya im August 2011 weggepackt. Knapp drei Jahre spaeter stellen wir nun das Schiff auf den Kopf, um all die begehrten Kleidungsstuecke wiederzufinden. Und tatsaechlich finden sich Hosen mit langen Beinen, ganz komische T-Shirts mit langen Aermeln aus Wolle (??) und so bunte, schlauchartige Sachen, die man ueber die Fuesse stuelpen kann…. Die Kinder finden das alles unglaublich lustig waehrend der Skipper die beim Anziehen aufkommenden Erinnerungen an grau-kalte Wintertage am liebsten verdraengen moechte.

The warm clothes come out after three years...Prepared for the coldAfter shopping at the 'big W'A little green in the city centre

Derart eingepackt in unsere ‘Wintersachen’ ziehen wir los in die Stadt, um noch mehr Isolation gegen die Kaelte zu erstehen. Ganz oben auf der Einkaufsliste stehen Schuhe fuer die Kinder. Nach einer Stunde sind wir dann endlich alle korrekt ausgeruestet und nun koennen uns die Temperaturen in Brisbane nichts mehr anhaben, waehrend wir das tolle, unglaublich neu wirkende Stadtzentrum und die schoenen Parks erkunden.

The Suvarov moored at the botanical gardenBruno and Viola having fun in the parkYeah, that's really an AC/DC pinball machine !Winter bloom

Wir moegen diese Stadt. Nicht, dass wir sie einer tropischen Insel vorziehen wuerden, doch das Leben hier ist mal auf eine andere Art einfach: man bekommt Lebensmittel in hoher Qualitaet an jeder Ecke. Ohne erst Stundenlang zu trampen oder ewig mit dem Dinghy rumzupaddeln. Der Nachteil: waehrend wir auf See neun Tage benoetigten, um eine kleine Muelltuete zu fuellen, schaffen wir das hier locker in einem Tag. Willkommen zurueck in der westlichen Konsum-Welt !

Ella's pink ladyOcean going rowing boatThe tiniest ocean going vessel - for the *really* crazy ones !A vewi upriver from the footbridge at the botanical garden

Was wir sonst so treiben… Wir versuchen den Transport unserer Sachen zu organisieren, raeumen das Boot auf  und um, sprechen mit unserer Agentin, die den Import und Verkauf organisiert, haben Spass mit John un Nia von der SY Zeitgeist und verbringen endlose Stunden im Internet – mit der schnellsten Verbindung, die wir seit Jahren hatten !

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Und noch ein paar Fotos aus Tanna / Vanuatu

Die Bilder wollte ich euch nicht vorenthalten, vor allem weil das Foto Viola und Papagei eines meiner liebsten der letzten Jahre ist. Text steht wie immer im Bild. Also: viel Spass !

Unser Ankerplatz in Port Resolution - 250 Jahre nach James CookDer 'Yacht Club'Zwei Holz-Statuen am Eingang zum DorfEin Teil des kleinen Dorfes

Ein neues Haus wird gebaut...100% Naturmaterialien, 100% recycling-faehigKosten: 0$ (alles waechst in der Umgebung), Dauer bis Fertigstellung: ca. 1 WocheFussball am Fusse des Vulkans

Riesiger Bayan Tree - wer versteckt sich da ?Haensel und Gretel ?Die Dorfschule wurde beschenkt mit zwei grossen Tueten Material aus dem Bauch der SuvarovClaus, Bruno und eine Backpackerin - unterwegs Richtung Yasur

Ein Arbeiter kommt uns aus dem Wald entgegenUnd hat einen bunten, zahmen Papagei mit dabeiDer fluestert Viola irgendwas charmantes ins OhrDie kleine Piratenbraut macht ganz auf lieb

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Vulkanische Aktivitaeten

Gestern war die Zeit reif und Mittags sind wir dann losgelaufen, Richtung Vulkan. Die ‘Strasse’ fuehrt durch dichten Dschungel, an einigen Doerfern vorbei und nach ein paar Stunden erreichen wir dann den Eingang zum ‘Volcano national park’. Nun geht’s den Hang des Vulkans rauf und die Strasse, die vorher schon kaum als solche erkennbar war wird nochmal um einiges schlechter. Die Kinder werden netterweise von einem Pickup mitgenommen, waehrend Gui und ich die letzten paar Hundert Meter raufstapfen. Waehrenddessen immer wieder lautes Getoese und der Boden vibriert…. Die Untergrund ist aktiv !

After two hours of fast walking, we arrive at the entrnce to the volcano national parkThe last few hundered meters up the volcano, the kids hitch a rideThe end of the 'road' - at the slope of Mt. Yasurbeautiful little houses at the slope

Mt. Yasur war auf niedrigstem Aktivitaets-Level (1), dennoch war der Besuch atemberaubend. Die Naturgewalt beeindruckt: der Geruch, das Getoese, die gesamte Scenerie, die uns umgibt und natuerlich die Lava, die immer wieder durch die Luft fliegt. Wow. Aber genug gelabert. Geniesst die Bilder:

On the rim of the craterA first look into the craterFascinatedThe crater of Mt. Yasur

Everyone getting ready as the sun is settingGui on the edgeAs it gets darker, the activity becomes more visibleA 'blob' of basalt on the ground

Lavaimpressive show after darkExplosions and lava flying through the airA highlight of our long journey

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(English) Tanna ! Wow !!

Leider ist der Eintrag nur auf English verfügbar.

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Blumen am Markt

Die Farben, die Gerueche, die Schoenheit !! Kommt mit mir auf den Markt in Port Vila:

Nelumbo nucifera: the wonderful lotus flowerThe lotus 'fruits'Different arrangementUnreal... but that's how they grow !

The flower lady and some customersBeauty in the shadowjust beautifulThese flowers we often found in the jungle

More flowersThe market... I love these woven basketsMy beautiful girlin the market

Bruno found his favourite petyellow eyesViola is also too happy......but the crying, because she can't keep the lizard.

Schade nur, dass die gute Pentax Kamera kaputt ist. Die Fotos waere so viel schoener, mit dem richtigen Equipment erstellt… Naja…

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Die Kapverden auf Suedpazifisch

Wir sind erst ein paar Tage in Vanuatu und eigentlich haben wir auch ausser der Stadt Port Vila noch nichts gesehen, aber: Wir sind absolute Vanuatu-Fans !! Dieses Land ist echt der Hammer ! So viel entspannter als Fiji, guenstig, coole Leute: Jungs mit Baerten und lustigen Muetzen, auf den Strassen wird gescherzt und geschaekert und alle haben sie irgendwo rot-gruen-gelb eingabaut – fuer ein bisschen Rastafari Kultur. Wir kommen uns echt ein wenig vor, als waeren wir ploetzlich wieder auf den Kapverden oder in Barbados. Wir koennen’s kaum erwarten, mehr von diesen tollen Inseln zu sehen. Na und es sieht auch ganz so aus, als ob am Samstag der Wind etwas abflaut und auf Ost dreht, dann koennen wir den Huepfer nach Tanna machen. 130nm Richtung Sued-Ost, also im allgemeinen gegen den Wind. Aber sollte schon klappen.

Gui findet einen zahmen Iguana in Port VilaEin ganz zahmerViola beim Haarewaschenlittle punky princess

In der Zwischenzeit hat Gui ihr australisches Visum beantragt – und auch in absoluter Rekordzeit erhalten ! Ich hab uns inzwischen via Internet in Australien angekuendigt und gefuehlt 10 Seiten Formulare befuellt. Jetzt koennte es eigentlich los gehen.

Ja und auch haben wir erste Kontakte mit potentiellen Kaeufern – oder zumindest Interessenten – aufgenommen. Es entwickelt sich also alles in eine recht gute Richtung !

The anchorage towards the northPort Vila - seen from the mastSoon, we'll be sitting in one of those again...Historische Motorboot-Schoenheit

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Von Fiji nach Vanuatu

Das war nun also schon unser vorletzter Trip mit der Suvarov, oder wie ? Und es war ein echt schoener, muss ich gestehen. Zum ersten mal seit einem Jahr hatten wir mal wieder guten, nahezu perfekten Wind ! Und obwohl der Schwell in den ersten zwei Tagen fuer relativ eklige Kreuzsee sorgte, haben wir uns recht gut geschlagen. Wir haben Etmale von 131, 126, 122 und 127 Meilen hingelegt und der gesamte Toern von 545nm hat nur gut 100 Stunden gedauert.

Ein letzter Blick zurueck auf die Inseln von FijiWir suchen uns eine Oeffnung und verlassen die LaguneKraeftiger Schwell sorgt fuer Kreuzsee, aber auch fuer traumhafte Wellen im Surfer-Paradies Fiji.Bruno and Viola planen ihr zukuenftiges Zimmer in Berlin

Ausserdem haben wir mit dem Wetter sogar richtig Glueck gehabt: Sind wir zwar Nachts, aber bei schoenem Wetter in Port Vila eingelaufen. – Doch am neachsten Morgen fing’s an zu schuetten, als ginge die Welt unter. Wir haben unseren Wassertank in weniger als einer Stunde auf 100% aufgefuellt ! Der Wind legte auch auf ueber 30 Knoten zu und draussen braut sich gerade eine ueble See zusammen. Wir haben also echt einen guten Zeitpunkt erwischt.

Naja, auf jeden Fall sieht’s so aus, als waeren wir dann die naechsten Tage hier in Port Vila fest, denn bei dem Wetter bietet sich eine Reise nach Tanna nicht an. Es waere gegenan und in ‘rough seas’ nicht zu empfehlen.

Die Kinder verwandeln den Salon in einen Spielplatz......und machen riesen Chaos. - Als ob bei dem Seegang nicht schon genur in der Gegend rumfliegt !Die Windsteuerung hab ich auch mittlerweile gut im Griff und sie steuert nahezu perfekt.Und das neu lackierte Deck ist mir eine echte Freude !

Aber erst mal bin ich ja noch immer an Bord und warte, bis der Quarantaene-Offizier kommt. Aber der ist wohl schwer beschaeftigt mit dem Kreuzfahrtsschiff, dass heute morgen angekommen ist. Gui und die Kinder sind schon an Land und besuchen das Immigration Office, spaeter dann noch die Australische Botschaft um Gui’s Visum zu organisieren.

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Raus aus dem Wasser und gleich wieder rein

Nach unserer kurzen Entspannungsphase in Malolo Lailai (aka ‘Musket Cove’) verliess uns die lustige, norwegische Familie von der SY Time Lord und segelte Richtung Vuda Point, um dort in der Marina das Schiff zu inspizieren. Wir blieben noch eine Nacht und segelten dann nach Denarau, wo wir vor dem Strand den Anker in 3m Wasser fallen liessen und am naechsten Tag eine Tour nach Nadi und zum Flughafen machten, um endlich meinen neuen Pass aus Australien abholen zu lassen. DHL macht’s moeglich – wenn auch nicht unbedingt leicht.

The gang: Viola, Jack, Ivi, Bruno. Ech one more lovely than the other.The Suvarov getting out of the waterBruno entertaining the workers while the skipper removes the windgenerator (that is in the way)Our home for 6 days. The Suvarov on the dry.

Nachdem wir unsere Freunde aber so vermissten und ausserdem auch ‘die Franzosen’ von der SY Elhaz in Vuda lagen, folgten wir und fanden uns so zum ersten mal seit zwei Jahren mal wieder in einer Marina. Mann ist das eng ! Nein, das geht ja gar nicht ! Und nachdem am Land mehr Platz zwischen den Schiffen ist und wir fuer den Verkauf auch noch unser Unterwasserschiff neu machen wollten, liessen wir uns kurzerhand rausheben und gleich neben der SY Time Lord wieder absetzen.

Painting, painting, painting. The whole family at work (Viola doing the pics)The Skipper and the paint can: best friends.Bruno in extreme concentrationThe capitana happy to be nearly finished for today

Unsere armen Freunde haben ganz schoen zu kaempfen: Quadratmeterweise wird das Blech aus dem Rumpf rausgeschnitten – voellig durchgerostet, weil sich die Voreigner nie darum gekuemmert hatten. Naja. Nun wird kurzer Prozess gemacht. Geflext, geschweisst, gesandstrahlt und bald ist alles wieder gut. Wir haben inzwischen unser UW-Schiff gereinigt, geschliffen, zweimal geprimert und wieder mit Antifouling versehen. Das Deck habe ich mit dem Hochdruckreiniger von der alten, voellig ungeeigneten Farbe befreit, Rost behandelt und dann drei Schichten Primer aufgetragen. Nun fehlt nur noch die Deckfarbe. Aber leider laeuft meine Aufenthaltsgenehmigung am 7.5. (ja, heute) aus und wir muessen Fiji verlassen…. Mehr Infos spaeter.

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Ostern auf Malolo Lailai

Die letzten Tage verbrachten wir in Malolo Lailai, gemeinsam mit Thomas, Susanne, Ivi und Jack von der Segelyacht Time Lord. Einer der besseren Orte, die wir in letzter Zeit besucht haben. Nicht so sehr, weil die Insel so toll ist – obwohl sicher die meisten Leser zustimmen werden, dass es sich um eine 100% wunderschoene, tropische Insel handelt. Fuer unseren Geschmack geht’s hier wesentlich zu ‘touristisch’ zu. Doch ist es eben gerade das Muscet Cove Ressort, welches es hier so toll macht fuer Segler:

Als Yachtie kann man ankern, sich eine Mooring schnappen oder in den kleinen Hafen fahren und mit dem Heck zum Steg festmachen. Es gibt einen kleinen Kaufladen, Duschen, WCs, gratis WLAN im Ressort-Restaurant und eine nette Bar auf der Insel am Ende des Steges. An der Bar gibt’s auch zwei Gas-Grills, welche man gerne benuetzen darf, dabei stellt das Ressort sogar noch Teller und Besteck zur Verfuegung. Man sollte lediglich ab und an ein Bierchen konsumieren.

The Musket Cove Resort with the little marine and BBQ-island in the back.The jetty and the BBQ/bar-islandIn the cockpit of the SY Time LordIn Cloud 9 ;-)

Das Ressort bietet einen grossen (Salzwasser) Pool, es gibt viele Kinder und abends werden deshalb auch oefters Kinder-dinner und Filmabende (mit kompletter Betreuung) angeboten. All dies kann man als Segler gerne nutzen, was daran liegt, dass der fruehere Besitzer der Hotelanlage wohl selbst begeisterter Segler war und es eben deshalb hier so locker zugeht. Waehrend die Grossen also Grillgelage auf der kleinen Insel abfeiern, vergnuegen sich die Kleinen am Pool mit anschliessendem Dinner und Kino. Spaeter duerfen die vier Kinder dann alle zusammen auf der Time Lord uebernachten.

The bar at the reef - 'Cloud 9'The kids having funNonsense at the bow, coming back to the anchorageLittle crazy people...

Gemeinsam machen wir dann noch mit der Suvarov einen kleinen Ausflug zum Aussenriff, wo die Bar ‘Cloud 9′ verankert ist. Ein kleiner, schwimmender Traum fuer die Surfer, die die nahen Spots erkunden.

Leider mussten unsere norwegischen Freunde heute los, um in der Vudapoint Marina Servicearbeiten am Unterwasserschiff zu erledigen. Aber wir hoffen, dass wir in kuerze wieder zusammenstossen und evtl. gemeinsam die Salomonen unsicher machen.

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